Der Abend vor dem ersten Advent ist in Gladigau mit zwei guten Traditionen verbunden. Einerseits gibt der Posaunenchor ein Stelldichein und begrüßt somit auf musikalische Weise die Adventszeit. Andererseits hat der Stern seinen angestammten Platz eingenommen.

Gladigau l Einwohner und Gäste können sich nicht nur an der in Licht eingehüllten Feldsteinkirche erfreuen. Auch der Turm des Gotteshauses zeigt sein vorweihnachtliches Gesicht. Dort prangt der weit sichtbare Weihnachtsstern. "Ein Herrenhuter", gibt Herbert Kühne Auskunft. Seit vielen Jahren ist die Befestigung des Sterns seine Aufgabe, die er gern in jüngere Hände geben möchte. Und der 69-Jährige hat offenbar einen Nachfolger: Am Sonnabend wurde er von Malin Lazay unterstützt.

Auftritt in Potsdam

Am Erdboden stehen "alte Straßenlampen aus DDR-Zeiten, die ausrangiert wurden, aber ganz besonders warmes Licht erzeugen", sagt Kühne, der diese aufarbeitete. Und zusammen mit "seiner" Helferin aufstellte. Für beide bedeutete dieser Einsatz am Sonnabend nicht der einzige. Als Mitglieder des Gladigauer Posaunenchores erfreuten sie am Abend zusammen mit den anderen ab 18 Uhr die Einwohner mit weihnachtlichen Klängen. "Damit haben wir 1983 angefangen", informierte Pfarrer Norbert Lazay die Bürger, die sich am Gerätehaus der Feuerwehr und an der mit bunten Lichtern behangenen Tanne im Ort einfanden. Die über 30-jährige Tradition beschränkt sich indes nicht nur auf den Vorabend des ersten Adventes. Auch an den nachfolgenden Sonnabenden und am Heiligen Abend spielt der Posaunenchor für die Einwohner. Die Gladigauer sind auch in anderen Orten gern gesehene Gäste: Am Sonnabend unterhielten sie auch die Besucher des Boocker Weihnachtsmarktes. Und gestern ging es sogar einige Kilometer weiter: Nachdem das Ensemble in Kläden (bei Stendal) zu Gast war, bereicherten die Altmärker am späten Nachmittag das Geschehen auf dem Potsdamer Weihnachtsmarkt. Bereits nach dem Auftritt im vorigen Jahr gab es die Einladung der Organisatoren. Übrigens findet der Gladigauer Weihnachtsmark am vierten Advent statt.