Für viele Rossauer bedeutet der 2. Adventsonntag gleichzeitig ein Besuch ihres Weihnachtsmarktes am und im Dorfgemeinschaftshaus. Dieses bunte Spektakel in der Vorweihnachtszeit erleben Alt und Jung schon seit 1990.

Rossau l "Zuerst fand der Weihnachtsmarkt im jährlichen Wechsel in Groß und in Klein Rossau statt", blickte Bürgermeister Bernd Drong am Sonntag zurück. "Als dann 2004 das Haus hier fertiggeworden war, ist das der alleinige Standort. Demzufolge feiern wir heute auch ein kleines Jubiläum."

Neben den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren und dem Feuerwehrförderverein, der Jägerschaft, dem Anglerverein, dem Rossauer Sportverein und der Kindertagesstätte waren erstmals wieder die Jugendlichen eigenständig vertreten; leckere Waffeln und Crepes hatten sie im Angebot. "Sie wollen noch in diesem Jahr den Jugendklub wieder gründen", so der Bürgermeister. "Für die Ausstattung ihres Raumes hier im Haus suchen die Jugendlichen noch geeignetes gut erhaltenes Mobiliar."

Die Mädchen und Jungen der von Sandy Schulz geleiteten Kita erfreuten die Besucher, die sich, auch aus Osterburg, Flessau und anderen umliegenden Orten, mehr und mehr eingefunden hatten, mit Liedern, Gedichten und Spielen. Muttis hatten für reichlich Kaffee und Kuchen gesorgt. Der Erlös davon und von Selbstgebasteltem floss in die Kasse der Kindereinrichtung.

Bei den Jägern um ihren Vorsitzenden Friedhelm Brun konnte man sich mit Wildbret als Festbraten eindecken, Wildsoljanka aus dem Kessel probieren oder sich eine Wurst vom Grill schmecken lassen; manche nahmen die herzhafte Suppe auch mit nach Hause. Kulinarisch ging es ebenfalls bei den Anglern zu: Für Fisch oder Hackepeter belegte Brötchen, geräucherte Forellen und anderem Schmackhaften fanden Jürgen Krzeskiewicz, Lutz Pajewski und Regina Schröder viele Abnehmer.

Wer gegessen hatte, musste auch nachspülen, und das konnte man bei den Feuerwehrleuten und bei den Sportlern des Rossauer SV. Dessen Vereinschef Lutz Bornemann erzählte: "Wir sind jedes Mal dabei; das ist Tradition, denn wir gehören zum Ort, und so ist das selbstverständlich. Den Erlös verwenden wir für unsere Jugendarbeit."

Wie bei solchen Gelegenheiten üblich trafen sich Bekannte und Nachbarn zum Plaudern. Später erschien der Weihnachtsmann in einer Kutsche; im roten Habit und hinter dem Rauschebart hatte sich Mike Wienhold verborgen. Mit seinem Schimmelchen stand er davor - vor den Kindern und hatte einen prall gefüllten Sack dabei. Vor dem Preis stand allerdings der Fleiß; wer ein Gedicht aufsagen konnte, bekam ein Geschenk. Dabei verfuhr der Alte aus dem Wald auch recht großzügig. Die Kutsche wurde von Sophie Ploewka gelenkt; neben ihr auf dem Kutschbock saß ihr Großvater Erhard Ploewka.

Schließlich rückten auch die Musikanten des Gladigauer Posaunenchores unter Leitung von Norbert Lazay an und spielten bekannte weihnachtliche Weisen, die dem Markt ebenfalls eine besinnliche Note gaben.

 

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