Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses sowie des Bauausschusses der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck sprachen sich am Dienstag für den Neubau einer Grundschule in Goldbeck aus. Eine Sanierung der vorhandenen Grundschule wurde als nicht sinnvoll erachtet.

Goldbeck l Zu ihrer regulären Sitzung trafen sich der Schul- und Sozialausschuss der VG Arneburg-Goldbeck in der Goldbecker Grundschule. Mit eingeladen war der Bauausschuss, der ebenfalls mit mehreren Mitgliedern vertreten war, unter ihnen der Vorsitzende Michael Dihlmann. Hintergrund der gemeinsamen Beratung war die Meinungsbildung, ob in Goldbeck die Sanierung der vorhandenen Grundschule oder ein Schulneubau auf den Weg gebracht werden soll.

Unter der Leitung von Goldbecks Bürgermeister Torsten Dobberkau wurde zunächst das Grundschulgebäude gemeinsam besichtigt. Daran nahmen auch die Leiterinnen und Leiter der Grundschulen in Arneburg, Goldbeck und Iden teil.

Dabei wurde deutlich, mit welch großem Aufwand die energetische Sanierung der Gebäude und die Schaffung zukünftiger Anforderungen für eine moderne Bildungsstätte verbunden wäre. Wie Dobberkau erläuterte, wäre unter anderem der Bau einer Sporthalle für den Schulunterricht in unmittelbarer Nähe der Schule erforderlich. Denn bisher findet der Sportunterricht in der 1,3 Kilometer entfernt liegenden Sporthalle statt. Sie zu erreichen, sei immer mit einem zeitlichen oder logistischen Aufwand verbunden.

Laut einer Studie, die die Gemeinde Goldbeck in Auftrag gab, würden die Kosten für eine Schulsanierung zudem deutlich höher ausfallen als für einen kompletten Neubau (Volksstimme berichtete bereits gestern). Der einzügige GS-Neubau würde mit rund 1,7 Millionen Euro, die Sanierung und der Ausbau der vorhandenen Schule jedoch mit über zwei Millionen Euro zu Buche schlagen.

Aufnahme eines Kredits wäre genehmigungsfähig

Dobberkau informierte ferner, dass eine Kreditaufnahme durch die Gemeinde Goldbeck für die Schulsanierung genehmigungsfähig wäre. Der Schulneubau wäre hingegen durch die Verbandsgemeinde zu finanzieren, da die Gemeinden für vorhandene Gebäude laut Gebietsvertrag selbst Eigentümer der vorhandenen Gebäude seien; für neu zu bauende Gebäude in ihrer eigenen Trägerschaft (wie zum Beispiel Kitas, Feuerwehren und Grundschulen) jedoch die VG.

Eingangs der Diskussion hagelte es zunächst Kritik, dass zwar die Mitglieder des Verbandsgemeinderates die Unterlagen der Studie noch vor der Sitzung zugestellt bekamen, jedoch nicht die Ausschussmitglieder, die dem Gremium nicht angehören, sowie die beratenden Bürger. So verlangte Pempel vor der Diskussion im Ausschuss zunächst eine Grundsatz-Entscheidung im VG-Rat. Auch Dirk Kautz kritisierte, dass nicht alle mit Unterlagen versorgt waren, und meinte, dass zuvor zumindest hätte darüber abgestimmt werden müssen, ob die Diskussion zu dem Thema in diesem Rahmen stattfinden soll.

Schulkampus hätte eine Reihe von Vorteilen

Die Schul- und Sozialausschussvorsitzende Gabriele Andert betonte, dass es sinnvoll wäre, im Rahmen der Entscheidungsfindung keine weitere Zeit zu verlieren. Das Thema stehe auf der Tagesordnung für die nächste VG-Ratssitzung am 15. Dezember. "Es würde seitens des Gremiums wieder Kritik hageln, wenn wir das Thema in den wichtigsten Ausschüssen noch nicht behandelt hätten."

Die Diskussion zu den beiden Varianten wurde also aufgenommen. Es zeichnete sich im Schulausschuss, aber auch unter den anwesenden Bauausschussmitgliedern eine klare Mehrheit für den Grundschul-Neubau ab. Vor allem die damit verbundene Schaffung eines Schulkampus aus Sekundar- und Grundschule würde eine Reihe von Vorteilen haben. Es entstünden Synergieeffekte. "Die Konzentration wäre in jedem Fall sinnvoll", hieß es mehrfach. So drückten sich auch die Ausschussvorsitzenden Andert und Dihlmann aus.

Mehrfach hingewiesen wurde in der Diskussion zudem auf die Beschlusslage in der Verbandsgemeinde, dass drei Grundschulstandorte dauerhaft erhalten werden sollen. Daran dürfe nicht gerüttelt werden. Misstrauisch beäugt werden daher - so zeigte sich auch während der Sitzung am Montag - die zweizügige Führung der GS Arneburg und die Ausbaupläne für die Schule.

Die anwesenden Arneburger Ausschussmitglieder Karsten Sommer und Jörg Heiden sowie die Grundschulleiterin Susann Schulze wiesen derartige Befürchtungen jedoch zurück. Die aktuelle zweizügige Führung der Bildungsstätte habe einen rein schulorganisatorischen Hintergrund. Die Einzügigkeit könne jederzeit hergestellt werden. Auch bei noch zu realisierenden Baumaßnahmen, meinte Sommer, könnten mit Blick auf die Herstellung der Einzügigkeit jederzeit Gebäudebereiche aus dem Schulkomplex herausgelöst werden.