Walsleben (igu) l So etwas lasse sich nicht vermeiden. Jugendliche, die in Walsleben unter dem Dach des Sozialtherapeutischen Zentrums Gut Priemern betreut werden, rissen Sonntagnacht aus. "Das ist die Entscheidung der Jugendlichen", sagte Christoph Lenz, Geschäftsführer in Priemern. "Wir sind keine geschlossene Einrichtung."

Wie die vier Jugendlichen, die einige Stunden später von der Polizei in Genthin gestellt wurden, jedoch an den Schlüssel des Dienstwagens gelangen konnten, sei nicht völlig geklärt. Eine Auswertung im Haus ist erfolgt. "Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände", äußerte Lenz, der mit seinen Mitarbeitern den Vorfall intern auswertete und sie zu diesem Thema nochmals sensibilisierte. Als Aufbewahrungsort für die Autoschlüssel dient ein Stahlschrank. Und dieser Zugang ist für die Jugend tabu. Als Konsequenz für den nächtlichen Ausflug werden die Dienstwagen der Einrichtung, die zum Paritätischen zählt, künftig mit GPS überwacht. Mit diesem Ortungssystem kann der Wagen auch per Knopf "außer Gefecht gesetzt" werden. Allerdings bestehe kein generelles Problem des Autoklaus - "Wir hatten viele Jahre Ruhe", so Lenz. Die Jugendlichen werden von dem Sozialtherapeutischen Zentrum rund um die Uhr betreut. Während der Nachtstunden ist meist ein Mitarbeiter vor Ort. Je nach Situation könne dieser die Ruf-Bereitschaft aktivieren und Hilfe anfordern.

"Wir wirken natürlich auf die Jugendlichen ein", sagt Lenz. "Wir stellen uns der Herausforderung, die Arbeit macht viel Spaß. Und wir werden weiterhin alles daran setzen, die Jugendlichen zu verändern."