Mit dem Aus des Seehäuser Gymnasiums übernahm seinerzeit die Sekundarschule den modernisierten Komplex am Winckelmann-Platz. Jetzt sollen die frei gewordenen Flachbauten in der Nachbarschaft von Grundschule und Wischelandhalle abgerissen werden.

Seehausen l Der Stadtrat votierte in seiner jüngsten Sitzung für den Rückbau der alten Bildungsstätte, um dem Diakoniewerk Osterburg im Wortsinn den Weg (oder Platz) für einen Neubau zu ebnen.

Das Diakoniewerk ist bekanntlich auf der Suche nach einem anderen Standort, weil das Guthaus Königsmark den Anforderungen für die Betreuung von schwer- und mehrfach behinderten Menschen nicht mehr gerecht wird. Bei der Kosten-Nutzenrechnung wurden am Ende ein Neubau dem Umbau vorgezogen. Außerdem hätte Seehausen den Vorzug, dass die Betroffenen zentraler und infrastrukturell vorteilhafter, aber trotzdem noch vergleichsweise ruhig wohnen könnten (wir berichteten).

Das Areal muss so oder so beräumt werden

Die Meinung der Kommunalpolitiker war ziemlich eindeutig, weil für das Gelände, sowie es derzeit be- beziehungsweise verbaut ist, sicher keine Interessenten zu finden wären. Außerdem ist das Geld für den Abriss mit gut 65000Euro ohnehin im laufenden Etat eingeplant. Und die Finanzen werden im kommenden Jahr auf keinen Fall besser.

Was die Räte um Bürgermeister Detlef Neumann vielmehr umtrieb, waren Fragen, ob der Abriss von einem Fachmann geplant werden muss oder ob die Arbeiten den Schulbetrieb in der Nachbarschaft beeinträchtigen dürfen.

Von der Vorsitzenden des Diakonie-Vereins, Ulrike Bergmann, gab es ein Statement, das die Kommunalpolitiker davon überzeugte, dass die Einrichtung wirklich gewillt ist, sich in Seehausen niederzulassen und akzeptierten, dass die Verantwortlichen momentan noch keine Details ihrer Planungen bekanntgeben können, weil das Land über die beantragen Zuschüsse bislang nicht entschieden hat. Auf das Prozedere, so Ulrike Bergmann, könne man auch schlecht Einfluss nehmen. Schließlich sei die Diakonie nur Bittsteller.

Carsten Steinke bringt Plan B ins Spiel

Obwohl sie fest davon überzeugt ist, dass es zu der Investition im Seehausen kommen wird, brachte Carsten Steinke zumindest als vorsichtiges Gedankenspiel einen Plan B ins Spiel. Er meinte, dass das Areal auch recht gut für den von der Stadt geplanten Kita-Neubau geeignet wäre, womit die Platzprobleme auf dem Gelände am Lindenpark ebenso Geschichte wären wie der logistische Aufwand, die Kinder während des Baus zeitweise wo anders unterbringen zu müssen.