Mit dem Weihnachtsoratorium von Heinrich Schütz (1585-1672) endeten am vierten Advent die diesjährigen Benefizkonzerte zugunsten der Rekonstruktion der Buchholzorgel in der Osterburger Nicolai-Kirche.

Osterburg l Ohne Übertreibung: Es war wieder ein großartiges Konzert, das rund 300 Besucher erlebten. Der Eintritt war kostenlos, um Spenden wurde gebeten, und in der Kollekte am Ausgang befanden sich rund 1300 Euro.

Das Konzert war wieder eine Gemeinschaftsarbeit der Regionalkantorei Osterburg und der Kantorei Gardelegen. Für die Osterburger hatte Kreiskantor Friedemann Lessing die Einstudierung übernommen und für die Gardelegener die dortige Kantorin Ulrike Demuth. Die Gesamtleitung lag bei Lessing.

Neben den beiden Chören wirkten Gesangs- und Instrumentalsolisten unter anderem aus Berlin, Ludwigslust, Osterburg, Blankenburg, Stendal und Leipzig mit. Länger als ein halbes Jahr dauerten die hauptsächlich wöchentlich einmal durchgeführten Proben; in deren Schlussphase wurden die Chöre zusammengeführt, abwechselnd in Osterburg und Gardelegen. Am vergangenen Sonnabend hatte dieses Konzert in Gardelegen stattgefunden. Inhalt des Werkes ist die biblische Geschichte von der Geburt Jesu Christi, gemeinhin auch als Weihnachtsgeschichte bekannt.

Nächstes Konzert bereits im Januar

Mit der Symphonia I, einer Intrade für fünf Blechbläser von Samuel Scheidt (1587-1694), wurde das Konzert von der Orgelempore herab eingeleitet. Es folgten zunächst eine vierstimmige Motette aus der estnischen Messe Nr. 3 von Urmas Sisask, gesungen vom Chor und dirigiert von Ulrike Demuth, die fünfstimmige Motette aus der geistlichen Chormusik von Heinrich Schütz, Stücke aus der Bachkantate BWV 196, dargeboten vom Ensemble, und Passagen aus dem Concerto Nr. 2 für zwei Blockflöten und Orchester von Antonio Vivaldi (1675-1741). Den Hauptteil bildete die "Historie von der Geburt Jesu Christi" für Solostimmen, Chor und Instrumentalisten von Schütz. Musikalisch erzählt wurde die Geschichte von der Verkündigung des Engels bis zum Beschluss der Geburt des Herren in einer Introduktion (instrumentale Einführung), acht Intermedia (Zwischenspielen). Hier sollte der große Anteil des Tenors Hannes Böhm daran, gebürtiger Osterburger und jetzt in Ludwigslust lebend, hervorgehoben werden. Die Symphonia II (ebenfalls von Scheidt) beschloss das Konzert, dessen gute Qualität vom langanhaltenden Beifall der Zuhörer belegt worden war. Das erste Benefizkonzert für die Orgel, von der Lessing hofft, sie im Herbst in einer Festwoche mit einem Konzert einweihen zu können, findet am 11. Januar 2015 ab 17 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in der Burgstraße statt.