Die Gartenfreunde "Am Burgwall" sind aufgefordert, ihre Parzellen zu verlassen. Der Eigentümer will es so. Nach ersten Gesprächen gibt es jedoch wieder etwas Hoffnung, dass sie ihr Hobby weiterhin dort ausüben können.

Osterburg l Die Hobbygärtner des Osterburger Vereins "Kleingarten Burgwall" sind geschockt. Sie sollen ihre seit vielen Jahren bewirtschafteten Anlagen am Stadtende Richtung Meseberg aufgeben. Die Nachricht sandte der in Großbritannien beheimatete Grundstückseigentümer, der aufgrund der Problemfälle im Verein seine Konsequenzen zog.

Beschwerden von Mitgliedern

In der Vergangenheit fielen eine Handvoll Mitglieder durch "massive Belästigungen gegenüber anderen", wie Wolf-Dieter Theuring sagte, auf. Der Verein versuchte Gespräche zu führen, ermahnte die störenden Mitglieder. Aber es half nichts. Sie würden in Lauben einbrechen, ihre Pacht nicht bezahlen (wir berichteten). Die einstige Idylle war getrübt. Die Situation drang auch nach England, wo der Eigentümer, der mit der Region verwurzelt sei und vor vielen Jahren auswanderte, Zuhause ist. Er reagierte und kündigte dem Verein dessen Pachtverhältnis auf dem Grund und Boden. Die Gärtner waren zunächst geschockt, schauen aber wieder etwas optimistischer in die Zukunft.

"Es ist sogar nachvollziehbar", schätzte Theuring, der den Verein als Vorsitzender führt, ein. Die Situation sei auch für viele Hobby-Gärtner nicht mehr tragbar gewesen. Sie wollten die Belästigungen nicht mehr hinnehmen und traten aus. Der Verein sah sich nach dem Schreiben des Eigentümers ebenfalls zum Handeln gezwungen. "Wir können keine Rechtsmittel einlegen. Wenn wir dem Garten-Dachverband angehört hätten, wäre ein wohl längerer Rechtsstreit mit finanzieller Absicherung möglich gewesen", so Theuring. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung plädierten die Anwesenden für die Auflösung des seit 1993 bestehenden Vereins "Kleingarten Burgwall" und bestimmten Wolf-Dieter Theuring und Ingeborg Kiesewetter, Verhandlungen mit dem Engländer aufzunehmen.

Hoffen auf moderate Einzelverträge

"Die Abmeldung liegt beim Notar vor." Nach über 20 Jahren kam also das Aus für den Verein. Das muss jedoch nicht automatisch auch das Aus für die Anlage, die schon seit einer halben Ewigkeit als Erholungsrevier der Kleingärtner dient, bedeuten. Der Grundstücks-Eigentümer habe in Aussicht gestellt, die über sieben Hektar große Fläche weiterhin Gartenfreunden zu überlassen. Allerdings dann von ihm ausgesuchte. "Es besteht die Hoffnung, dass er Einzelverträge mit uns abschließt", sagt Theuring, der sich auch mit dieser Variante anfreunden kann.

Ein Großteil der einst 60 Mitglieder des in Auflösung bestehenden Vereins würden diesen Weg mit dem Grundstücks-Eigentümer (Einzelvertrag) gehen, um somit weiterhin ein Domizil im bewährten Grünen zu besitzen und es zu bewirtschaften. Allerdings bleibt die Frage offen, welche Pacht er anstrebt. Die Osterburger Gartenfreunde um Wolf-Dieter Theuring hoffen weiterhin auf eine moderate. Bisher zahlten die Mitglieder einen Preis von sechs Cent pro Quadratmeter. Auch in den Kleingartenvereinen in der Biesestadt sei diese Pacht üblich.

Die Fläche "Am Burgwall" gilt als Bodenschutz-Denkmal. Deshalb kann dieses Land nicht bebaut werden.