Das Agaplesion Diakonie-Krankenhaus ist seit 2013 auf dem Weg eine sogenannte demenzsensible Einrichtung zu werden und verstärkt jetzt die Anstrengungen.

Seehausen l Was nicht heißt, dass sich Geschäftsführung, Ärzte und Pfleger einem neuen Fachbereich öffnen. Das Projekt steht vielmehr dafür, dass an Demenz-Betroffene, die sich wegen eines anderen Leidens in Klinik-Obhut begeben müssen, ganz besonders betreut beziehungsweise behütet werden. Salopp gesagt, geht es darum, die in ihren geistigen Möglichkeiten eingeschränkten Patienten in der neuen und ungewohnten Umgebung im Rahmen der medizinischen Behandlung nicht noch mehr zu verwirren (wir berichteten).

Die Projektgruppe unter Leitung von Nicole Hinkelmann, Pflegedienstleiterin, und Sylke Raboldt-Werthe, Leitende Ärztin Anästhesie und Intensiv-Station, aber auch Krankenhaus-Geschäftsführerin Maria Theis können inzwischen auf einige Fortbildungsveranstaltungen für die betreffenden Mitarbeiter, auf einen Aktionstag Ethik, die Kooperation mit Flechtwerk Demenz der Hochschule Magdeburg-Stendal und auf das erste speziell ausgestattete Krankenzimmer verweisen. Den Initiatoren ist indes auch klar geworden, dass es im Zeichen des demographischen Wandels und angesichts der vielen Stufen, die es vom Entdecken der ersten Anzeichen der Krankheit bis zur Rund-um-die Uhr-Betreuung gibt, einer breiteren Aufstellung beim Thema Demenz bedarf.

Kommunen können helfen

Nachdem die Verantwortlichen des Krankenhauses ihre Sensibilität für Demenz-Patienten entwickeln, streben sie deshalb an, die Kommunen bei ihren Bemühungen mit ins sprichwörtliche Boot zu holen. Und sind bei einer ersten Informationsrunde mit Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck und seinem ehrenamtlichen Seehäuser Amtsbruder Detlef Neumann offenbar auf großes Interesse gestoßen.

Thema enttabuisieren

Die Kommunen, so Maria Theis, könnten im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit vor allem beim Enttabuisieren des Themas und beim Gewinnen von Ehrenamtlichen helfen. Und damit hat sie nicht nur die Unterstützung des Krankenhauspersonals beim Beschäftigen mit Demenz-Patienten im Blick, sondern insbesondere auch die Entlastung von Familien und Lebenspartnern, die bei der Pflege in Dauerverantwortung und damit im Dauerstress oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Da könnte ein entsprechendes Netzwerk von qualifizierten ehrenamtlichen Betreuern für Hilfe sorgen. Damit diese bei aller Dankbarkeit für ihre Hilfe selbst nicht über ihr Limit gefordert werden, bräuchte es quasi eine Koordinierungsstelle, bei der die Kommunen auch eine große Hilfe sein könnten.