Arneburg/Goldbeck (apu) l Ein außergewöhnliches "Weihnachtsgeschenk" gab es kurz vor dem Fest für die Verbandsgemeinde (VG) Arneburg-Goldbeck - ein Schlauchboot für die Wasserwehr. Finanziert wurde dieses aus dem Katastrophenhilfe-Fond des Diakoniewerks. Das Schlauchboot ist allerdings nur ein Teil einer riesigen Palette von Ausrüstungsgegenständen der noch im Aufbau befindlichen Wasserwehr der VG.

Nach dem Sommerhochwasser 2013 der Elbe und anderer Flüsse hat die Diakonie aus dem Katastrophenfonds ein Hilfsprogramm für betroffene Kommunen ins Leben gerufen, um - ausschließlich mit Sachspenden - vor allem die Einsatzfähigkeit der Gemeinden vor Ort im Katastrophenfall zu stärken.

400000 Sandsäcke im Wert von 200000 Euro

"Mit Blick darauf, dass die Wasserwehr bei uns in der Gründungsphase ist, man könnte auch sagen in den Kinderschuhen steckt, haben wir Sachspenden beantragt - mit großem Erfolg", freut sich der Bürgermeister der Verbandsgemeide Arneburg-Goldbeck, Eike Trumpf.

"Wir sind überrascht und erfreut, dass mehr oder weniger unsere Erwartungen erfüllt wurden beziehungsweise noch immer werden. Das kurz vor Heiligabend gelieferte Schlauchboot betrachten wir als ein tolles Weihnachtsgeschenk." Ebenso wie Trumpf freut sich Ordnungsamtsleiter Karsten Rottstädt. "Das Schlauchboot ist nur ein Teil aus einer großen Palette von Sachspenden für unsere Wasserwehr. Allerdings hat es allein Geldwert von rund 10000 Euro. Dabei ist der Außenbordmotor, der bereits zuvor geliefert wurde, noch nicht mit einberechnet."

Zu den sonstigen Fluthilfe-Austattungsgegenständen aus der Hilfsaktion zählen unter anderem Schwimmwesten, 400000 Sandsäcke, Kettensägen, Schaufeln, Fülltrichter, Sandsack-Füllgeräte, Arbeitsahndschuhe, Zelte, Zeltgarnituren, Sanitätskoffer und anderes mehr. "Die Materialien sind nach und nach bei uns eingetroffen und einige Lieferungen erwaren wir noch", informiert Rottstädt.

Beleuchtungssätze für vier Sandsack-Füllstellen

Und er fügt hinzu: "Den genauen finanziellen Wert der Sachspenden kennen wir derzeit noch nicht. Aber es ist davon auszugehen, dass der Gesamtwert bei über 500000 Euro liegt. Allein die 400000 Sandsäcke dürften rund 200000 Euro kosten", sagt Rottstädt. Wie Trumpf erläutert, seien jetzt die Grundlagen dafür gegeben, im Falle einer erneuten Elbe-Flut alle vier Sandsack-Befüllstellen über die Wasserwehr der VG - in Arneburg, Hohenberg-Krusemark, Büttnershof und Werben - mit wichtigem Material und Ausstattungsgegenständen zu versehen. Dazu gehörten - dank der Sachspenden - übrigens auch Beleuchtungssätze für nächtliche Arbeitseinsätze.

Trumpf: "Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck hätte eine solche Ausstattung übrigens über Jahre nicht aus eigener Kraft finanzieren können. Darum sind wir über die Spenden sehr dankbar." Der VG-Bürgermeister geht zudem davon aus, dass sich mit dieser materiellen Grundausstattung nunmehr auch leichter Personen für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Wasserwehr überzeugen lassen - sowohl Mitglieder der Feuerwehren, als auch sonstige Helfer.

Schlauchboot bietet Platz für sieben Personen

Das Schlauchboot bietet Platz für sieben Personen und ist für eine Beladung mit einer Gesamtlast von 1300 Kilogramm zugelassen (inklusive Personen). Es weist eine Länge von 4,20 Metern auf und hat einen Tiefgang von 30 Zentimetern. Betrieben wird das Boot mit einem 50-PS-Außenbordmotor. Mitgliefert wurden außerdem mehrere Paddel.