So viele Sänger hatte Cornelia Herrmann im Diakoniekrankenhaus noch nie an ihrer Seite gehabt. Mit knapp 50 Kindern, Männern und Frauen sang sie am Vormittag des Heiligen Abends in Seehausen und wünschte ein gesegnetes Christfest.

Seehausen l "Sehen Sie sich mal um! Ist das nicht toll?!", begrüßte Cornelia Herrmann die große Runde am Mittwochmorgen. Obwohl die Gemeindepädagogin aus Groß Garz in diesem Jahr in den Ruhestand ging, bleibt für sie der 24. Dezember im Krankenhaus ein fester Termin. Eine Herzensangelegenheit. "Das stellt mich am Heiligen Abend wieder auf die Füße", sagte sie.

"Wann fängt für Sie der Heilige Abend an? Beginnt er mit `Oh, du fröhliche` oder mit dem Auspacken der selbstgemachten Geschenke?", fragte Herrmann. "Für mich fängt er um diese Zeit und hier an. Jesus ist in einem Stall geboren, und wir sind in einem Krankenhaus. Das ist kein Ort, an dem man gern Weihnachten verbringt", fuhr sie fort, "wir gehen zu Menschen, die hier arbeiten, zu krank sind oder alleine." Ein bisschen Heiligkeit und auch Heiterkeit wollen sie den Menschen hier mitgeben. Mit einem Streicheln, einem Schweigen oder einem freundlichen Wort da sein. "Was man immer sagen kann: Ein gesegnetes Christfest!" gab Cornelia Herrmann mit auf dem Weg.

Die Christenlehrekinder aus Groß Garz hatten kleine Schiffchen aus Kerzenwachs gebastelt und dazu Wünsche zur Weihnacht auf bunte Zettel geschrieben. Auch die Groß Garzer Anneliese und Josef Preis wollten den Menschen im Krankenhaus mit dieser Geste etwas Gutes tun. Im Gegensatz zu ihnen sind Julia und Josefine Wille aus Beuster seit ihrer Christenlehrezeit dabei. "Schön, dass es so eine Tradition gibt und man Freude schenken kann", so Julia Wille, die mit ihrer Schwester längst in Berlin und Potsdam wohnt.

 

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