Die Besucherzahl bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres, trotzdem blickt Kreismuseumschef Frank Hoche nicht gänzlich zufrieden auf 2014 zurück. Denn die "Haupt-Ausstellung" stieß nicht auf die erhoffte Resonanz.

Osterburg l Dass ausgerechnet die Schau "Osterburg vor 100 Jahren - Osterburg im Ersten Weltkrieg" zum "Sorgenkind" unter den Ausstellungen avancieren würde, "damit habe ich wirklich nicht gerechnet", erzählt Frank Hoche. Der Leiter der Museen des Landkreises hat für die vom 29. Juni bis 31. August ausgestellte Exposition 550 Besucher gezählt, "und damit deutlich weniger als erhofft. Sie wurde kurz vor den Sommerferien eröffnet, das war vielleicht kein so glücklich gewählter Zeitraum, weil uns dann keine Klassen mehr besucht haben", versucht Hoche eine Erklärung.

Im Sommer werde das Osterburger Museum schon traditionell eher spärlich besucht. "Und sicher hat es auch eine Rolle gespielt, dass der Erste Weltkrieg zur gleichen Zeit ein großes Thema in den Medien war. All das hat sicher seinen Anteil daran, dass die Besucherzahlen für unsere Ausstellungen unter unseren Erwartungen blieben", sagt Frank Hoche.

"Beim Spargelfest sind wir wieder mit von der Partie"

Eine Einschätzung, die sich aber nicht am ganzen Jahr festmacht - das Museum blieb mit etwa 6400 Gästen auf dem gleichen Niveau wie 2013. Großen Anteil daran habe die Strategie, das Museum offensiver in größere kulturelle Aktivitäten der Stadt Osterburg einzubringen, ist Hoche überzeugt. Die durchweg positiven Erfahrungen mit dem eigenen und längst etablierten Ostermarkt, der sich 2014 über einen neuen Besucherrekord freute, ermutigten die Mitarbeiter des Hauses, nicht nur beim Stadt- und Spargelfest mitzumischen. Mit einer Sonderschau zur Wendezeit in Osterburg bereicherte die Einrichtung die Kirchen- und Museumsnacht, zum Weihnachtsmarkt stand der Hof für Buden von Osterburger Vereinen zur Verfügung.

Gleichzeitig öffnete das Museum auch seine Ausstellungsräume und lockte somit auch am ersten Adventswochenende Neugierige zu den Exponaten aus der Stadt- und Regionalgeschichte. Folgerichtig ist für Frank Hoche längst klar, "dass wir diesen Weg im kommenden Jahr weiter beschreiten wollen. Unser Museum ist sowohl beim Stadt- und Spargelfest als auch beim Weihnachtsmarkt wieder mit von der Partie", kündigt der Museumschef an.

Sammlung wächst weiter an

Unter den Ausstellungen zogen traditionelle Reihen wie die Schülerschau "Denkanstößiges" oder Galerieausstellungen mit Arbeiten einheimischer Künstler wie Hannelore Molt (Iden) oder Otto Mewes (Kleinau) die meisten Besucher an. Natürlich fanden aber auch die historischen Zeitzeugen in den zahlreichen Räumen und Stuben des Museums ihre Betrachter. Die Sammlung der Osterburger Einrichtung, die nach Hoches Angaben bald 26000 Exponate umfassen dürfte, erweiterte sich 2014 um rund 100 Stücke. Als besonders bemerkenswert stuft Hoche das Kriegstagebuch und die Kunstwerke des Malers Ferdinand Till ein, die auf dem Dachboden eines Hauses in Frankfurt/Main gefunden und dem Museum als Schenkung vermacht wurden (die Volksstimme berichtete).

"Sehr schön sind aber auch die Poesieblätter aus der Biedermeierzeit, die in Brühl entdeckt wurden", nennt der Museumschef ein weiteres Beispiel. Die zum Teil auch mit Kupferstichen illustrierten Blätter, die in der Zeit vom frühen 19. Jahrhundert bis etwa 1851/52 beschrieben wurden, haben durch ihre Verfasser bzw. Adressaten einen direkten Bezug zu Osterburg und anderen Orten in der Altmark.

Dankbar ist Frank Hoche auch über eine umfangreiche Zeitungssammlung aus dem 19. Jahrhundert, die ihm der Osterburger Arzt Volkmar Schröter übergab. "Dabei handelt es sich um Ausgaben des Altmärkischen Intelligenz- und Leseblattes aus Stendal und des Osterburger Kreisblattes", erzählt der Kreismuseumsleiter.