Gladigau l 777 - an dieser Zahl macht sich für Gladigau in diesem Jahr ein besonderer Höhepunkt fest. Denn die Gladigauer feiern vom 5. bis zum 7. Juni das 777-jährige Bestehen ihres Dorfes. Obwohl mit einiger Sicherheit angenommen werden kann, dass Flussfischer schon deutlich früher im Bereich des heutigen Dorfes an der Biese siedelten, rüttelt niemand an dieser Altersangabe. Denn das haben die Gladigauer quasi schwarz auf weiß. "In einer Urkunde, die aus dem Jahr 1238 stammt, wird unser Ort erwähnt", erklärte Bürgermeister Matthias Müller.

Umzug wartet mit 24 Schaubildern auf

Nach seinen Angaben kamen schon vor etwa zweieinhalb Jahren die ersten Ideen und Gedanken auf, die "Schnapszahl" zum Anlass für eine große Geburtstagsparty zu nehmen. Für eine Sause, die ähnlich attraktiv ausfallen soll wie die 750-Jahrfeier, "die 1988 in der Zeit des damaligen Bürgermeisters Horst Fenzl auf die Beine gestellt wurde", blickte Müller zurück. Es blieb nicht bei den Ideen. Spätestens Mitte des Jahres 2014 machten die Gladigauer mit der Bildung mehrerer Arbeitsgruppen endgültig Nägel mit Köpfen. Während der Bürgermeister gemeinsam mit Gastwirtin Marita Roloff und Pfarrer Norbert Lazay eine Gruppe besetzt, in der sämtliche organisatorische Fäden zusammenlaufen, kümmern sich andere Gladigauer beispielsweise um die Formierung des historischen Festumzuges, um eine Sonderausstellung, um die Dorfverschönerung oder um das Thema Sicherheit und Ordnung.

Ebenso feilen die Organistoren an dem Anliegen, das an Vereinen reiche Gladigau eben auch als "Dorf der Vereine" zu präsentieren. Dank der engagierten Mitarbeit vieler Einwohner sind die Vorbereitungen weit gediehen. "Das gilt zum Beispiel auch für den Festumzug, für den sogar schon ein Aufstellungsplan besteht", erzählte der Bürgermeister.

Der Umzug wird danach mit insgesamt 24 Schaubildern aufwarten. die einen Bogen von der Darstellung einer mittelalterlichen Fischersiedlung im Dunstkreis zweier Burgen bis in die Neuzeit spannen.

Während der Festumzug als besonderer Höhepunkt für den Sonnabend angedacht ist, setzen die Organisatoren auch für den Sonntag auf einen Hingucker. "Dabei handelt es sich um eine Oldtimerparade, die am Vormittag und begleitend zu unserem Bürgerfrühstück stattfinden soll", kündigte Matthias Müller an. Zu den weiteren Höhepunkten zählt der Bürgermeister unter anderem einen Empfang am Freitag, eigene Angebote und Aktionen der zahlreichen Gladigauer Vereine sowie nicht zuletzt eine Musiknacht mit der "Prignitzfabrik", die 2014 bei der 850-Jahrfeier in Königsmark begeisterte.

Ihr Fest haben die Gladigauer auf ein Juni-Wochenende gelegt, erste sichtbare Akzente soll der Dorfgeburtstag aber schon im zeitigen Frühjahr setzen. An den Ortsausgängen Richtung Boock und Schmersau sollen große Veilchenbeete entstehen, in denen die 777 dargestellt und für die Jubiläumsparty geworben wird. Dass sich der Gladigauer Bürgermeister im gleichen Atemzug damit beschäftigt, wo die für die beiden Beete auserkorenen Hornveilchen möglichst preiswert erworben werden können, macht deutlich: Die Vorbereitung auf das Jubiläumsfest ist ebensowenig im Nulltarif zu bewerkstelligen wie die dreitägige Sause selbst. Deshalb habe Gladigau in den zurückliegenden Jahren einige eigene Mittel angespart, "wie zum Beispiel die Prämiengelder, die wir für unsere beiden erfolgreichen Teilnahmen an den Dorfwettbewerben erhalten haben", erklärt Matthias Müller. "Und natürlich setzen wir auch darauf, dass uns Unternehmen aus unserer Region als Sponsoren unterstützend zur Seite stehen", fügt der Gladigauer Ortsbürgermeister abschließend hinzu.

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