Goldbeck l "Chemie ist das, was knallt und stinkt..." lautet ein bekanntes Zitat, das auch für den Schul-Chemieunterricht oft herangeführt wird. Und tatsächlich dürfte das "Knallen und Stinken" wohl einen wesentlichen Teil der Faszination des naturwissenschaftlichen Faches ausmachen. So war es am Sonnabend auch kein Wunder, dass das Chemie-Kabinett der Sekundarschule ein besonderer Publikumsmagnet war. Im Beisein ihrer Lehrerin Erika Borstell führten Siebtklässler den kleinen und großen Besuchern einfache Experimente vor. Anna-Liesa Titel wies mit Unitest Säuren, Basen und Salze nach. Außerdem erklärte sie die einzelnen Arbeitsschritte und Ergebnisse der Experimente. Ihr Mitschüler, Noah Bahlke, zeigte wie man mit einem chromatographischen Trennverfahren die Farbzusammensetzung eines schwarzen Filzstiftes nachweisen kann. Außerdem verwandelte er mithilfe eines Brenners Magnesium in Magnesiumoxid. Die Verbrennung mit leuchtend heller Flamme beobachteten die Kinder fasziniert durch schwarze Blendschutz-Scheiben.

Kinder mikroskopieren im Biologie-Kabinett

Gleich nebenan im Physik-Kabinett herrschte ebenso großer Andrang. Die Lehrer Andrea Krahnert und Holger Vogler demonstrierten dort, wie interessant Physikunterricht sein kann. Unter anderem brachten sie mit Hilfe eines Hochspanngsgenerators kleine, mit verschiedenen Edelgasen gefüllte, Glasröhren zum Leuchten. Die verschiedenen Gase erstrahlten in unterschiedlichen Farben. Ein weiteres Experiment beeindruckte noch mehr. Die beiden Pädagogen erzeugten mit einer Vakuum-Pumpe Unterdruck in einer Glasröhre. Im elektromagnetischen Feld begann die stark "verdünnte" Luft in der Röhre zu leuchten. Außerdem führten Krahnert und Vogler das berühmte Halbkugel-Experiment nach dem Vorbild Otto von Guerickes durch.

So wie in den beiden genannten Kabinetten liefen auch in anderen Unterrichtsräumen Aktivitäten. Die Fachlehrer berichteten vom Unterricht und dem Schulalltag. Vor allem die Eltern der künftigen Fünftklässler hatten viele Fragen. Auch Schüler waren in den jeweiligen Räumen vor Ort, um Fragen zu beantworten oder den Kindern etwas zu demonstrieren. So standen im Biologieraum Mikroskope bereit, wo vielfach vergrößerte Objekte, zum Beispiel Insektenflügel, betrachtet werden konnten.

Über Besuchermangel konnten sich auch die beiden Technik-Lehrer Torsten Hansch und Michael Stallmann im Computerkabinett nicht beklagen. Sie gaben praktische Einblicke in den Unterrichtsablauf und beantworteten Fragen. Die Arbeit an den Computern ist Teil des Technik-Unterrichtes, zu dem auch der Bereich Werken gehört. Dazu werden die Klassen auch jeweils aufgeteilt, berichtete Stallmann.

Schulleiter führt Gäste durch ds Haus

Einen besonderen Schwerpunkt im Bildungsplan der Sekundarschule Goldbeck bildet die Berufsorientierung und -vorbereitung. Darüber informierte die verantwortliche Lehrerin, Marlies Buddy. "Es beginnt in der Klassenstufe 7 mit dem BRAFO-Projekt und geht weiter in den Klassenstufen 8 und 9 - jeweils mit einem zweiwöchigen Betriebspraktikum. Zudem absolvieren bei uns auch die Zehnklässler noch ein einwöchiges Praktikum", berichtete Buddy. Darüber hinaus eröffnen andere Projekte und Exkursionen weitere Einblicke in die Arbeitswelt. Interessierte konnten sich auch einige vorbildlich geführte Praktikumshefter von Schülern ansehen. Aufschlussreich war auch ein Blick in den Raum von Saskia Doberstein. Die Lehrerin gab umfassende Auskünfte zum offiziellen Titel der Bildungsstätte: "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" und berichtete über die zahlreichen in diesem Rahmen laufenden Projekte wie zum Beispiel im Bereich Theater, Tanz und Sport.

Damit noch nicht genug der interessanten Angebote in der Sekundarschule. Schulleiter Winfried Schwuchow - erfreut über die große Resonanz auf den Tag der offenen Tür - unternahm mit Besuchern einen Rundgang durch die Schule, informierte über den Unterricht, die zusätzlichen Angebote und beantwortete viele Fragen.

Kulinarische Genüsse in der Schulküche

Ein Anziehungspunkt war auch der Kellerbereich der Schule. Dort hatten Lehrer und Schüler des Hauswirtschaftsbereiches schmackhafte Speisen zubereitet. Die Besucher ließen sich unter anderem Käsesuppe, belegte Brötchen und Obstsalat mit Joghurt schmecken. Gegenüber im Werkraum informierte Lehrerin Sylvia Dähre über den Werken-Unterricht, wo die Schüler vor allem handwerkliche Grundfähigkeiten erlernen.

Gegen Ende der Veranstaltung schwärmte Winfried Schwuchow: "Als ich gestern die Wettervorhersage mit dem angekündigten Sturmtief hörte, hatte ich meine Zweifel, dass überhaupt jemand kommen würde. Aber die Sorge war unbegründet. Ich habe mich sehr gefreut, dass viele Eltern mit ihren Kindern kamen und zum Teil weitere Wege mit dem Auto zurücklegten. Vor allem waren es künftige Fünftklässler unserer Schule."

Wie der Schulleiter informierte, kamen aber beispielweise auch Eltern jetztiger Gymnasiasten zu Besuch, die ihre Kinder wieder zurück an die Sekundarschule schicken wollen. Besonders freute sich der Direktor aber auch über die vielen ehemaligen Schüler, die vorbeikamen, um ihren früheren Lehrer wieder einmal zu treffen. "Das zeigt uns doch, dass wir nicht alles verkehrt gemacht haben."

   

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