Der Neujahrsempfang in der Seehäuser Wischelandhalle am Sonntagnachmittag war gespickt mit Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement und führte "nebenbei" durch die regionale Musikgeschichte.

Seehausen l Mit einer unfreiwilligen Wortschöpfung begann der Neujahrsempfang für Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck. Er begrüßte nicht nur Vertreter aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Sondern zuallererst die Bürger aus Seehausen und den Gemeinden Altmärkische Wische, Aland, Zehrental sowie Altmärkische "Höhle". Gemeint war natürlich die Altmärkische Höhe.

Nach diesem heiteren Einstieg, an dem anfängliche Mikrofonprobleme ihren Anteil hatten, ging Robert Reck direkt zum Jahresrückblick über.

Hochwasserschäden wurden größtenteils beseitigt, die Verbandsgemeinde investierte in Schulen und Kindergärten in Seehausen, Groß Garz und Beuster, fand in Krüden für die Kita zudem Unterstützung durch die Eltern. Die neuerliche Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Stendal stärke darüber hinaus die Qualität der frühkindlichen Bildung.

Nicht schweigen, wenn es kompliziert wird

Zudem bekam Groß Garz und damit die Gemeinde Zehrental ein neues Feuerwehrfahrzeug. An dieser Stelle folgte der besondere Dank an die Kameraden der 34 Feuerwehren der Verbandsgemeinde.

2014 begannen aber auch Beratungen der Arbeitsgemeinschaft Kultur für ein identitätsbildendes Logo und eine neue Image-Broschüre. Beides wird am 25. Januar in der Aula der Gemeinschaftsschule präsentiert. Schließlich gratulierte Reck dem Seehäuser Carnevals-Club noch einmal zum 60. Geburtstag und zu wunderbaren Veranstaltungen.

Mitunter würde sich von den Medien mehr Objektivität oder Passivität gewünscht, zitierte Reck Bürgermeinungen, die er allerdings nicht teilt. Er regte vielmehr eine öffentliche Diskussion von Ereignissen und unbequeme Berichte an, statt zu schweigen, wenn es kompliziert wird und wenn Auseinandersetzung Mühe macht. Es müsste eher mehr zur Sprache kommen, forderte er zum Beispiel mit Blick auf vernachlässigte Kinder oder altersbedingte Demenz an. Letzteres ist ein Thema, dem sich das Agaplesion-Krankenhaus und die Kommune künftig gemeinsam mehr widmen und Helfer im Ehrenamt gewinnen wollen (wir berichteten). In diesem Zusammenhang bemerkte er auch, dass die Bürger mehr Interesse an Gemeinderatssitzungen zeigen und mitdiskutieren sollten.

Einwohner, die sich längst engagiert einbringen, wurden am Sonntag ausgezeichnet. Die 15 Ehrungen der Stadt nahm Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann vor. Er dankte unter anderem Anne-Dore Meißner für ihre Unterstützung der Stadt nach dem Tod von Ewald Duffe, aber auch Roland Borchert, der jede Woche den geförderten Arbeitskräften Seehausens ehrenamtlich zur Seite steht.

Robert Reck dankte den aus den unterschiedlichen Gemeinden vorgeschlagenen Bürgern für deren Engagement und überreichte mit einem Vertreter der Kommunen das neue Buch über Impressionen aus Seehausen, Urkunden und Blumen. Da wurden vor allem die ausgezeichnet, die sich für Senioren (Gudrun Hahn und Gisela Grieb), für die Kultur (Dr. Volker Stephan, Kirchenförderverein Beuster) oder für Menschen in Not (Irmgard Speck, Rumänien-Hilfe sowie Veronika Benecke, "Kinder von Tschernobyl") stark machen. Kurt Wohlfahrt macht Seehausen mit seinen altmärkischen Spezialitäten sogar international bekannt und bekam dafür ebenfalls eine Auszeichnung. Vor Überraschung von der großen Wertschätzung standen dem Seehäuser die Tränen in den Augen. Womit er nicht der einzige war. Abschließend wurden noch engagierte Schüler und Pädagogen geehrt.

Zur Freude der rund 200 Gäste gestalteten die vier Musikgruppen der Hansestadt das kulturelle Programm und sorgten für ordentlich Abwechslung. Angefangen vom imposanten Auftakt durch den Posaunenchor St. Petri mit Kantor Friedemann Nitsch über den Frauenchor Joseph Haydn mit Leiterin Corinna Klein bis zu Sven Peuker mit dem Männerchor Seehausen und der Oldieblaskapelle bekamen die Gäste viel Abwechslung zu hören: Bach, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, "Lollipop", Viva Espania, Melodien von Elvis Presley und aus dem Musical "Cabaret". Großen Eindruck machte vor allem das Duett von Sven Peuker und Rüdiger Haase mit dem Titel "Freiheit". Nach zweieinhalb Stunden hatten sich die Gäste den Sektempfang redlich verdient.

   

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