Osterburg l Zum Neujahrs-Kaffeeklatsch trafen sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte am Sonabendnachmittag im Café Behrends. Damit war die traditionelle erste Zusammenkunft der Heimatfreunde in einem neuen Jahr etwas anders geartet. War man sonst zumeist auf Reisen gegangen wie im vergangenen Jahr nach Havelberg, so blieb man dieses Mal in den heimischen Mauern. Als neues Miglied saß Irmtraud Klinger mit in der fröhlichen Runde.

"Viele Ereignisse und Besonderheiten stehen uns in den kommenden Monaten bevor", "blättert" der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Erhard Schmitz, durch den Jahreskalender. "Ich denke dabei zum Beispiel an die Bundesgartenschau, an den 200. Geburtstag Otto von Bismarcks und den 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. Vor 500 Jahren wurde das Deutsche Reinheitsgebot erlassen, und Osterburg erhielt damit das Recht, fremde Biere zu besteuern. Ebenfalls zu jener Zeit ereignete sich der erste große Stadtbrand. Vor 200 Jahren, nach dem napoleonischen Krieg, tagte der Wiener Kongress; eines seiner Resultate war die Bildung der preußischen Provinz Sachsen mit dem Entstehen von Landkreisen. Im Jahr darauf wurde Osterburg Kreisstadt. Vor 70 Jahren endete der furchtbare Zweite Weltkrieg. Es gibt aber noch so manches andere, über das sicher jeder für sich nachdenken wird."

Biesestädter wollen die Buga besuchen

Erhard Schmitz wies auf einige Veranstaltungen in diesem Jahr hin. So findet am 24. Januar in Winterfeld der Neujahrsempfang des Altmärkischen Heimatbundes (AHB) statt, zu dessen Mitgliedern die Osterburger IG gehört. Zum 24. März hat der IG-Vorstand die Jahresmitgliederversammlung in das Café Behrends einberufen. Interessant dürften auch die AHB-Tagung zum Chronisten Ernst Wollesen am 18. April in Werben und die Exkursion des Landes- und des Altmärkischen Heimatbundes anlässlich des Bismarck-Jubiläums werden. Für den Juni oder den Juli ist eine Busfahrt zur Bundesgartenschau angedacht; das beliebte "Pelltüffeleten" (5. August) und die Grünkohlwanderung (21. November) sind ebenfalls eingeplant.

Es wurden aber nicht nur Heinz Rustler zu seinem kürzlich erfolgten Eintrag in das goldene Buch der Stadt Osterburg beglückwünscht, über "dies und das" geklatscht, Erinnerungen hervorgekramt und angesichts der großen Tortenstücke Rezepte ausgetauscht. Sondern man machte auch Stimmung durch Gesang - von alten Gassenhauern wie "Komm Karliniken komm" und "Im Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion" über plattdeutsche Lieder nach Texten von Fritz Hagen, zum Beispiel "Min Oldmarkland", "De Boderblum" und andere bis zu Volksliedern wie "Wenn alle Brünnlein fließen", "Lustig ist das Zigeunerleben" und "Am Brunnen vor dem Tore".

Werner Zierke erzählte "up Platt" von den schönen und weniger angenehmen Seiten des Herbstes und des Winters und Franz Zeigerer las hochdeutsch ein selbst verfasstes Märchen vor, in dem er die Hauptperson war. Man war sich am Schluss einig: Der "Kaffeeklatsch" war gelungen.

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