Der Anbieterwechsel bei der Entsorgung der Wertstoffabfälle im Landkreis Stendal sorgt weiter für Reibungsverluste. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis alle Reklamationen abgearbeitet sind.

Beuster l Die Schwierigkeiten, die es mit dem Anbieterwechsel bei der Entsorgung des Wertstoffabfalles im Landkreis Stendal seit dem Jahreswechsel gibt (wir berichteten) sind offenbar keine Einzelfälle. Das machen die Beschwerden deutlich, die die Volksstimme immer wieder erreichen.

Dass das automatische Anrufsystem bei der ALS-Dienstleistungsgesellschaft in Osterburg bei Problemen mit der sogenannten gelben Tonne als erstes auf den neuen Tangerhütter Partner Cont-Trans verweist, bevor der Kunde am Telefon an andere Stellen im Haus vermittelt wird, spricht irgendwie Bände. Allerdings auch aus gutem Grund.

Denn im Gegensatz zu früher ist der Landkreis beziehungsweise die ALS zum Beispiel zwar noch beim Erstellen des Abfallkalenders mit am Prozedere beteiligt, die Anzahl und Größe der Behälter, der Abfuhrrhythmus oder eventuelle Zusatzgebühren gehen allerdings nur noch über den Tisch des Dualen Systems Deutschland (Grüner Punkt) und des jeweiligen Entsorgungspartners - in dem Fall Cont-Trans.

Neben den Reibungsverlusten bei der Tonnen-Zustellung an private Haushalte, die Thomas Winter von Cont-Trans mit etwa 200 Fällen bei immerhin rund 50000 Haushalten im Einzugsgebiet für relativ gering hält, gibt es auch Probleme bei gewerblichen Kunden.

Gelbe Säcke werden noch abgeholt

Bäckermeister Olaf Buchholz aus Beuster ist einer von denen, die statt einer haushaltsüblichen Tonne mindestens einen Container (1100 Liter) benötigen, aber noch keinen bekommen haben. Und das, obwohl er sich nach dem Erhalt eines entsprechenden Informationsblattes sozusagen postwendend unter der aufgeführten Telefonnummer angemeldet und alle erforderlichen Daten durchgegeben hatte.

Mit Blick auf die Kosten wollte es der Unternehmer erst einmal mit einem Container probieren. Denn wegen des hohen Anteils an Transport- und Umverpackungen bei seinem Wareneinkauf muss er etwas draufzahlen. Zur Erklärung: Bei den normalen Endverbraucherverpackungen, die mit dem Grünen Punkt gekennzeichnet sind, hat Otto-Normalbürger die Entsorgung praktisch schon mitbezahlt.

Die zweite Sorge, die Buchholz umtreibt: Gelbe Säcke, von denen er sonst alle 14 Tage rund 30 auf die Straße stellte, bekommt er nicht mehr. Außerdem ist die offizielle Übergangsfrist für das Abholen der durchsichtigen Säcke für ihn mit der kürzlichen Januar-Entsorgung abgelaufen.

Thomas Winter konnte gestern allerdings in jeder Beziehung Entwarnung geben. Um die Säcke müsse sich Buchholz ebenso wenig Sorgen machen wie um den Container. Wobei er einräumte, dass es bei den Großbehältern Lieferengpässe gebe und zum Beispiel Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen bevorzugt behandelt wurden.

Bei dem Bäckermeister, das ergaben gestern die Nachforschungen bei Cont-Trans, sei es überdies zu einem Übermittlungsfehler bei der Adresse gekommen. Eigentlich sollte der Container schon Ende Dezember auf dem Hof von Olaf Buchholz stehen. Dass das jetzt klappt, darauf wollte Winter höchstpersönlich achten, sicherte er auf Nachfrage der Volksstimme zu. In dem Zusammenhang will er sich auch um Backwarenverkäuferin Elisabeth Reinecke kümmern, die in Beuster auch auf ihre gelbe Tonne wartet.

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