Der Werbener Klaus Gehrke beging am Donnerstag sein 25-jähriges Dienstjubiläum als Schwimmmeister des Werbener Freibades. Aus diesem Anlass erhielt er Glückwünsche und eine Ehrenurkunde von seinem Dienstherren, Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf.

Werben/Goldbeck l Klaus Gehrke kann es selbst kaum glauben, dass er bereits seit 25 Jahren als Schwimmmeister tätig ist. Als solcher war er durchweg in Werben tätig. Der ehemalige Baufacharbeiter der Firma "Wischeobst" absolvierte 1990 seine Schwimmmeisterprüfung in Magdeburg. Unmittelbar danach begann er auf Beschluss des Rates der Stadt Werben mit seiner Tätigkeit im örtlichen Freibad.

"Ich war schon als Kind und Jugendlicher sportbegeistert und insbesondere das Schwimmen war schon immer eine Leidenschaft von mir", berichtete Klaus Gehrke beim Pressetermin im Goldbecker Dienstzimmer von Eike Trumpf. Seine erste Rettungsschwimmerprüfung legte er 1979 als Soldat bei der NVA ab. Auch am Tauchen hat der 54-Jährige noch immer Spaß.

"In der ersten Zeit habe ich voller Anspannung darauf geachtet, dass nichts passiert. Im Laufe der Zeit bin ich unverkrampfter und entspannter geworden und es hat sich gezeigt, dass dann auch weniger passiert."

"Ich glaube, ich könnte ein dickes Buch schreiben"

Klaus Gehrke, Schwimmmeister

Schlimme Unfälle gab es zum Glück bisher keine unter seiner Obhut. Aber Gehrke erinnert sich noch gut an einen Vorfall im Jahr 2004. Vor der Saisoneröffnung war das Freibad umgebaut worden. "Ein sechsjähriges Mädchen, das mit seinem Opa ins Bad kam, kannte sich noch nicht aus und wusste nicht, dass das einstige Nichtschwimmerbecken nun Schwimmerbecken war. Sie stieg ins Wasser und tauchte sofort unter, kam wieder hoch und tauchte wieder ab. Ich holte sie schnell heraus. Zum Glück war nichts passiert, aber es hätte auch anders ausgehen können", erinnert sich der Schwimmmeister. "Noch im gleichen Jahr hat das Mädchen in Werben das Schwimmen erlernt."

Als Schwimmmeister ist der 54-Jährige nicht nur für die Aufsicht im Freibad zuständig, sondern auch für viele handwerkliche und technische Dinge. "Die Filteranlage mit Chlorgas zur Desinfektion des Wassers kenne ich aus dem Effeff. Schließlich habe ich die selbst mit installiert", sagt Gehrke. "Was die Chlorgas-Filterung betrifft, absolviere ich jedes Jahr eine Weiterbildung", sagt der Schwimmmeister, der übrigens in der Region auch als Nikolaus und Weihnachtmann bekannt ist. Gehrkes technische und handwerkliche Erfahrung ist auch aus Sicht von Trumpf wertvoll. So könne der Bademeister auch für andere kommunale Aufgaben wie beispielsweise Hausmeistertätigkeiten mit eingesetzt werden, insbesondere außerhalb der Badesaison. So habe Gehrke beispielsweise die Hauptarbeit bei der Entkernung des Sanitärtraktes des Werbener Campingplatzes geleistet. Trumpf wurde 2010 Dienstherr von Klaus Gehrke, als das Freibad im Zuge der Gebietsreform in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde übernommen wurde. Zuvor war die Stadt Werben Träger der Einrichtung.

Nach 25 Jahren als Bademeister kann Klaus Gehrke manche Geschichte erzählen und von manch interessanter Begegnung berichten. "Ich glaube, ich könnte ein dickes Buch darüber schreiben", sagt er. "So kam der am weitesten angereiste Gast des Campingplatzes aus dem australischen Sydney über den Elberadweg angeradelt", berichtete der Bademeister. Mit ihm steht er noch heute im Kontakt. Außerdem übernachtete eine Mutter mit Tochter - ebenfalls Radler entlang des Elberadweges - dort im Zelt. Sie hatten nicht nur den gleichen Nachnamen wie Gehrke, sondern trugen auch die gleichen Vornamen wie seine Frau und seine Tochter.

"Für dieses Jahr wünsche ich mir endlich mal wieder eine hervorragende Badesaison - am besten mal durchgehend Hitze über die ganzen großen Ferien hinweg", so der Schwimmmeister abschließend.