Im wahrsten Sinne des Wortes schweinisch ging es am Sonnabend in Möllendorf zu. Anlass war der 30. Geburtstag von Anja Dähre. Deren Eltern, Harald und Sylvia Dähre, hatten sich für ihr Geburtstagskind eine besondere Überraschung einfallen lassen.

Möllendorf l Es gibt viele Bräuche, um dem Glück auf die Sprünge zu helfen, wenn 30-Jährige Leute noch nicht unter der "Haube" sind. Für Anja Dähre war Klinkenputzen in Möllendorf angesagt. Und dabei sollte das Schwein eine besondere Rollen spielen.

Die frisch gebackene 30-Jährige, die bereits am Freitag Geburtstag hatte, sollte nicht einfach so durchs Dorf marschieren, sondern sie musste sich zuvor als Bäuerin verkleiden. Damit nicht genug. Als sie am Sonnabend gegen 10 Uhr auf die Straße trat, wartete dort ein überdimensionales Modell eines Schweins auf sie, welches auf einen kleinen, einachsigen Schubwagen montiert war. Was es damit auf sich hatte, erklärte Anjas Mutter: "Anja ist gelernte Landwirtin und die Schweine haben es ihr besonders angetan. Sie arbeitete längere Zeit als Beraterin in der Schweinezucht und war sogar in Neuseeland, wo sie auf einer Schweinefarm tätig war. Heute arbeitet meine Tochter bei der Firma Agravis, wo sie auch viel mit der Schweinehaltung zu tun hat. Daher eben die Idee mit dem Schwein." Das besagte Schwein, das aus rosa angetrichenem Styropor bestand, hatten Freunde aus dem Elbestädtchen Glinde mitgebracht. Dort gehörte es zum Fundus bei einem Umzug.

Glinder Stadtsparschwein wird zum Glücksschwein

Es war dort als überdimensionales Sparschwein für die klamme Kommune unterwegs. In Möllendorf sollte es nun eher als Glücksbringer fungieren.

Anjas Familie hatte das ganze Dorf vorinformiert. So waren so ziemlich alle Türklinken in Möllendorf mit Zahnpasta beschmiert worden, damit die frisch gebackene 30-Jährige auch wirklich etwas zu putzen hatte. "Ich bedanke mich bei meiner Familie für diese Schweinerin", meinte das Geburtstagskind, aber sie fügte sich in ihr Schicksal. Auf ihrer Klinkenputz-Tour durchs Dorf wurde sie von ihrer Familie, ihrem Freund Thomas Weber sowie weiteren Angehörigen und Freunden begleitet,

Eine Reihe von Möllendorfern ließen sich den Spaß des Zuschauens nicht entgehen und einige betätigten sich als spendable Gastgeber. Zum Beispiel Familie Werner und Helga Meyer. Nachdem Anja dort die Klinke mit Wassereimer und Zahnbürste gereinigt sowie mit Küchentüchern nachgeputzt hatte, gab es von Meyers für alle einen Schnaps.

"Anja muss in Möllendorf alle beschmutzten Klinken putzen. Das ist wichtig, damit sie bald unter die Haube kommt", zeigte sich Silvia Dähre überzeugt. So zog sich die lustige Tour sicher bis in die Mittagszeit hin. Und zünftig gefeiert wurde der 30. Geburtstag Anjas am ganzen Wochenende.

 

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