Rund 245000 Euro will die Einheitsgemeinde in diesem Jahr in die Flessauer Straße "Am Bahnhof" investieren. Ob es tatsächlich dazu kommt, scheint aber spätestens seit der Bauausschusssitzung am Montagabend fraglich.

Flessau l Kaum tauchen sie im Entwurf des Haushaltsplans für 2015 auf, könnten die Gedankenspiele um Bauarbeiten auf einem Teilstück der Flessauer Straße "Am Bahnhof" auch schon wieder im Schreibtischfach verschwinden. Insbesondere Flessauer oder eng mit dem Dorf verbundene Politiker zweifeln das Projekt an, wurde am Montagabend während der Bauausschuss-Sitzung deutlich. Denn für Ortsbürgermeisterin Silvia Böker (WG Land), Stadtrat Wilhelm Rehhagen (CDU) und den sachkundigen Einwohner Detlef Wengler (WG Land) macht die Investition nur dann Sinn, wenn gleichzeitig auch der Wasserverband vor Ort tätig wird und seine Leitungen verlegt sowie die Hausanschlüsse realisiert. "Sonst steht der Verband in einigen Jahren vor der Tür und wir müssen dann die Straße extra aufreißen", stellte Wilhelm Rehhagen klar. Das Bauausschussmitglied kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Verwaltung nicht zuvor das Gespräch mit den Flessauern gesucht habe. So seien die Einwohner und Ortspolitiker des Dorfes jetzt von dem Straßenbauprojekt völlig überrascht worden", monierte er. Silvia Böger schlug in die gleiche Kerbe. "Erst während der Vorstellung des Haushaltsplan-Entwurfs in der vergangenen Woche im Stadtrat haben wir davon erfahren", kritisierte die Ortsbürgermeisterin.

Bauamts-Sachgebietsleiter Siegfried Bartels verteidigte dagegen die Überlegungen der Verwaltung. Im Rathaus habe man schlicht und einfach die Vorgabe der Stadträte umgesetzt, 40 Prozent des Investitions-Budgets für Maßnahmen in den Dörfern einzuplanen. Dass neben Arbeiten auf der Straße nach Wenddorf (Meseberg) das Flessauer Vorhaben ausgewählt wurde, habe mit seiner vorderen Positionierung auf der Prioritätenliste zu tun. "Und diese ständig gepflegte und aktualisierte Liste wurde vom Stadtrat beschlossen", betonte Bartels.

Der Sachgebietsleiter konnte am Montagabend aber noch nicht darüber Auskunft geben, ob der Wasserverband über die mögliche Investition unterrichtet wurde. Dies tat dafür Dieter Schröder am gestrigen Dienstag. "Für uns ist dieses Vorhaben völlig neu", machte der Geschäftsführer des Wasserverbandes Stendal-Osterburg auf Nachfrage der Volksstimme deutlich. Schröder wollte deshalb weder bestätigen noch ausschließen, dass der Versorger auf der Straße "Am Bahnhof" tätig wird. "Wir werden zu diesem Thema erst einmal das Gespräch mit der Stadt suchen", kündigte der Geschäftsführer des Wasserverbandes an.