Die zuständige Abteilung im Rathaus Seehausen hat dieser Tage nicht unbedingt Traumzahlen parat, was die Entwicklung der Einwohnerzahlen in der Verbandsgemeinde Seehausen im Laufe des vergangenen Jahres betriff.

Seehausen l Mit einem Schwund von insgesamt 145 Einwohnern in den fünf Gemeinden zwischen Höhe und Wische ist das Minus gemessen am Vorjahr (208) zwar rückläufig. Aber es ist immer noch deutlich größer als 2012 (122). Und auch im Vergleich mit den Nachbarkommunen Arneburg-Goldbeck (-148) und Osterburg (-86) steht Seehausen nicht unbedingt als Klassenprimus da.

Weniger Ausländer

57 Geburten (2013: 66) stehen 132 Sterbefällen (2013: 153) gegenüber. Aber auch bei den Zuzügen (392) gibt es eine deutliche Differenz zu den Wegzügen. 464 Menschen und Steuerzahler und in den Folgejahren auch Multiplikatoren künftiger Zuweisungen kehrten 2014 der Region den Rücken zu. Selbst der Anteil an Ausländern ist inzwischen rückläufig. Lebten 2013 noch 48 Männer und 42 Frauen ohne deutsche Staatsbürgerschaft an Aland und Elbe, waren es Ende 2014 nur noch 81.

Geschlechter fast gleich auf

Auffällig ist, dass die Gemeinde "Altmärkische Wische", die 2013 mit einem Minus von 70 Einwohnern die größten Verluste hinnehmen musste, 2014 kräftig zugelegt hat. Das Plus für Wendemark steht allein bei 25 und ist bei 13 Wegzügen, 2 Sterbefällen und einer Geburt dem Zuzug von 17 Männern und 22 Frauen zu verdanken. Aber auch Falkenberg und Lichterfelde legten so weit zu, dass das Minus von Neukirchen negiert werden konnte.

Unter der Hand gibt es eine Erklärung, die schlüssig klingt. Als die Grundschule in Werben vor sechs Monaten ihre Pforten schloss, meldeten sich viele Eltern mit dem Hauptwohnsitz um, damit ihre Kinder in die Grundschule in Seehausen können (wir berichteten).

Dafür ist der Unterschied zwischen Männer und Frauen fast schon vernachlässigbar. Auffälliger ist da schon, dass es zum Beispiel in Bömenzien und Groß Garz einen Geschlechtergleichstand gibt.

Über die Ursachen für die Entwicklung muss man nicht lange orakeln. Wer nicht genügend Einkommen zum Auskommen erhält, versucht sich zu verbessern.