Osterburg (fsc) l Kleingärtner nutzen im Winter frostfreie Tage gern, um Arbeiten wie Baumschnitt zu erledigen. Volksstimme hatte sich kürzlich bei Plusgraden in der Anlage "Am Bültgraben" des Kleingärtnervereins "Zur Erholung" umgesehen und Konrad Oefler getroffen, der, auf einer Leiter stehend, einem seiner Apfelbäume letzte Fasson gab. Er sei darin kein Profi, gab er zu, doch verrichte er diese Arbeit immer selbst. "Es gibt für Kleingärtner sehr gute Literatur, die für alle Arbeiten im Garten, auch für den Gehölzschnitt, gute Ratschläge enthält, und in Mußestunden im Winter sollte sich, wer sich bei bestimmten Tätigkeiten nicht sicher ist, darin vertiefen. Praktiker geben hier ihre Erfahrungen weiter, und so kann man manchem Misserfolg und mancher Enttäuschung vorbeugen."

Pyramidenkrone wird empfohlen

Am günstigsten gebe man den Obstbäumen eine Pyramidenkrone. Sie komme der natürlichen Form am nächsten und sichere durch die von oben nach unten breiter werdende Struktur den Früchten ausreichend Licht für ihr Wachstum. Dazu schneide man an einem jungen Baum aus einem Mitteltrieb und drei bis vier Seitenästen die Basisform. Diese setzt den Grundstein für viele ertragreiche Jahre.

Auf Oeflers 300-Quadratmeter-Parzelle stehen sechs Apfelbäume, auch alte Sorten wie der Klar- oder Augustapfel, Carola und Auralia und neuere wie der Jona Gold. Er hat eine Cezar-Pflaume, sehr saftig, für Marmelade und Mus gut geeignet, eine schmackhafte Birne und eine Süßkirsche der Sorte Sunburst. "Die ist selbstbefruchtend, und wenn bei ungünstigem Wetter die Insekten nicht fliegen, ist der Ertrag dennoch gut", berichtete der erfahrene Kleingärtner. Halte das frostfreie Wetter an, werde er sich seine Weinstöcke vornehmen. Im Januar und Februar sei die günstige Zeit dafür; Anfang März könnte es schon zu spät sein, "da steigt der Saft in die Reben, und sie würden beim Schneiden zu sehr bluten".

Er halte nicht viel von Giften, um gegen Schädlinge und Krankheiten vorzugehen, bemerkte Oefler. "Man muss beobachten, wenn die Schädlinge kommen und sich Krankheitsanzeichen zeigen. Es gibt viele natürliche wirksame Mittel, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe wie Jauche aus Brennesseln, Tabak, Walnussblättern und Ackerschachtelhalm." Man könne zu diesem Zweck viele Pflanzen vergären; außerdem fördere der Sud das Pflanzenwachstum. "Das macht zwar ein bisschen Arbeit, aber man braucht keinen Kunstdünger. Rezepturen, was wofür und wogegen hilft, fndet man in der Literatur." Mumien an den Obstbäumen solle man unbedingt entfernen. "Sie enhalten alles Mögliche wie Sporen, Krankheitserreger und ähnliches Unliebsame.

Der Winter bot dem Gartenfreund auch Gelegenheit, die vom vorigen Jahr übrig gebliebenen Sämereien durch zusehen; die hat er sicherheitshalber frostfrei zu Hause gelagert. "Man sollte auf das Keimfähigkeitsdatum auf dem Tütchen schauen und einen Test machen: Zehn Samenkörner auf feuchtes Küchenpapier gelegt und ein paar Tage warten. Keimen davon fünf Körner, so kann man von einer fünfzigprozentigen Keimfähigkeit ausgehen."

Der Blick auf die Saatanleitung sei ohnehin vorteilhaft, um später nicht enttäuscht zu werden; es gebe nämlich Lichtkeimer wie der Dill, die keimen nicht bei geschlossener Saatrille und Frostkeimer wie Mohn, denen sollte man ruhig ein paar Minusgrade gönnen. Außerdem: Möhren und Steckzwiebeln, schon im Herbst ausgebracht, würden auch im Saatbeet überwintern.

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