Der Milchkontrollverein und der Rinderzuchtverein Osterburg blickten gestern Vormittag in der Bretscher Gaststätte Lunkwitz auf 2014 zurück.

Bretsch l Die im Rinderzuchtverein organisierten Betriebe haben im vergangenen Jahr "sehr ordentliche Arbeit geleistet". Rinderzuchtvereins-Geschäftsführer Holger Wallmann lobte bei der gestrigen Jahreshauptversammlung die Agrar-Unternehmen der Region. Schon traditionell ziehen der Rinderzuchtverein und der Milchkontrollverein Osterburg zusammen Resümee. Und auch der Ort der Zusammenkunft ist seit vielen Jahren der selbe: die Gaststätte Lunkwitz in Bretsch.

Als Gast unterstrich Dr. Lothar Döring, Geschäftsführer des Landeskontrollverbandes, die Leistung der Unternehmen. Bereits ein Drittel der dem Verband angehörenden Betriebe nahm auf Grund der Erfüllung hoher Leistungs- und Qualitätskriterien ein Hoftorschild entgegen. 2014 wurden 134 Hoftorschilder vergeben - das sind 30,5 Prozent aller Betriebe. Ein großer Teil derjenigen, die sich über die Auszeichnung freuen konnten (siehe Info-Kasten), gehören auch in die Rubrik "Leistungsstärkste Betriebe im Kontrollverein Osterburg". Den ersten Platz nimmt die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) in Iden ein. Sie erwirtschaftete eine Leistung von 12058 Kilogramm Milch pro Kuh/Jahr. Die Schuchmann GbR (11190) erreicht in dieser Kategorie den zweiten Platz. Zum Vergleich: In Deutschland wurde 2014 eine mittlere Jahresleistung von 8381 Kilogramm Milch pro Kuh erzielt.

Auch bei den 100000-Liter-Kühen sind die Idener vorne: In der Landesanstalt erreichten sieben Tiere diesen Wert. Döring ging auch auf die Arbeitsschwerpunkte der Vergangenheit ein. Auf der Agenda stand die Umsetzung der Förderrichtlinie "Förderung der Verbesserung von Gesundheit und Robustheit von landwirtschaftlichen Nutztieren". "Immerhin geht es um 10,23 Euro pro Kuh", sagte der Geschäftsführer. Das Milchlabor in Halle wurde teilautomatisiert. Damit ist ein flächendeckender Einsatz der Einwegflaschen gewährleistet. In diesem Zusammenhang lud Döring alle Anwesenden zum Tag der offenen Tür am 5. Juni in das Zentrallabor ein, um sich von der Technik ein Bild zu machen. An diesem Tag soll auch gefeiert werden - das 25-jährige Bestehen des Landeskontrollverbandes.

Nicht völlig zufrieden war der Geschäftsführer mit den Untersuchungen im Hinblick auf die Kuh-Krankheit Nummer eins: Die Euterentzündung (Mastitis) sei verbreiteter als angenommen. Rund 100000 Proben "haben uns dieses Jahr erreicht". Ziel sei es, eine höhere Untersuchungs-Dichte zu erzielen. Speziell beim Transport solle es Verbesserungen geben, so Döring. Auf der Prioritätenliste 2015 stehen außerdem die Einführung eines Trächtigkeitstestes bei Kühen und Ziegen und die weitere Etablierung der Tierseuchenvorsorge. Zum sachsen-anhaltischen Landeskontrollverband zählen 436 Milch produzierende Betriebe, sechs Molkereien beziehungsweise Milchliefergenossenschaften, drei Verbände (Institutionen) und 162 KBR-Betriebe.

Dem Kontrollverein Osterburg gehören 43 Mitgliedsbetriebe an. Mit 10964 Kühen ist die Zahl des Vorjahres fast identisch im Vergleich zu 2013.

Holger Wallmann ging auch auf die Tierschauen ein. Speziell bei der Nikolausschau in Bismark und bei der Altmarkschau in Kakerbeck zeigten die Landwirte ihre Tiere. Zu den erfolgreichsten Teilnehmern zählt Peter Schuchmann. Bei den Jungzüchtern hätte der negative Trend angehalten, so Wallmann. Nur wenige vertreten die Farben des Osterburger Rinderzuchtvereins. "Das ist nicht zufriedenstellend."

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