Dank längst erledigter Hausaufgaben kann die Osterburger Wohnungsgesellschaft mit dem Zustand ihrer allermeisten Immobilien zufrieden sein. Dagegen bereitet der zunehmende Leerstand Sorgen. Ein weiterer Rückbau steht trotzdem nicht auf der Tagesordnung.

Osterburg l Besonders im Altneubaugebiet sowie im Quartier An der Golle registrierte die Gesellschaft im zurückliegenden Jahr ein Mehr an ungenutzten Wohnungen. "Insgesamt stieg unsere Leerstandsquote von 11,7 Prozent auf 12,9 Prozent an", sagte Rüdiger Mallohn. Der Einwohnerrückgang in Osterburg und Umgebung sowie die Überalterung der Bevölkerung machen eben auch vor den Immobilien des Wohnungsverwalters nicht halt, führt der Geschäftsführer als hauptsächliche Gründe für die Negativ-Entwicklung ins Feld. Und bis auf das ureigene Anliegen der Gesellschaft, für den ungenutzten Wohnraum neue Mieter zu finden, scheinen die Möglichkeiten zur Reduzierung der Leerstandsquote begrenzt. "Entsprechende Förderprogramme sind ausgelaufen, ein weiterer Rückbau ist schon aus finanziellen Gründen für uns nicht machbar", sagte der Geschäftsführer. Als einzige Option bliebe lediglich, in Wohnblöcken obere Etagen stillzulegen. Aber das sei derzeit noch Zukunftsmusik, stellte Mallohn klar.

Konkret zeichnen sich dagegen die Investitionen ab, die die Wohnungsgesellschaft in diesem Jahr schultern will. Hauptsächlich geht es um die Umrüstung von Heizungen. "Wir stellen 108 Wohnungen mit Einzelgasheizungen auf Fernwärme um. Im Zusammenspiel mit den Osterburger Stadtwerken, in denen wir einen verlässlichen Partner gefunden haben", kündigte Rüdiger Mallohn an.

Nachdem 2014 bereits 24 Wohnungen im Haus Breite Straße 68-74 umgestellt wurden, sollen ab April die Wohnungen in dem Block an der Burgstraße folgen. Mallohn geht von einer rund zweimonatigen Bauzeit aus, in der unter anderem auch die Elektroanlage im Haus erneuert wird. Heizungsumstellungen sind in diesem Jahr zudem im Altneubaugebiet vorgesehen, angedacht sind die Häuser Karl-Liebknecht-Straße 38-44 sowie 5-7.

Neben der Investition in eine neue Wärmeversorgung, die sich der Wohnungsverwalter insgesamt rund 800000 Euro kosten lässt, plant die Gesellschaft für den Block Melkerstraße 45 A-E neue Schornsteine. Dachdeckerarbeiten stehen auf dem Gebäude Melkerstraße 31 auf dem Programm. Und nicht zuletzt kalkuliert die Gesellschaft eine beträchtliche Summe für Renovierungsarbeiten ein, mit denen Wohnungen bei einem Mieterwechsel wieder auf Vordermann gebracht werden.

Mit diesem Paket liest sich das Investitionsprogramm im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas überschaubarer - 2014 hatte die Gesellschaft aber auch besonders kostspielige Projekte wie den altengerechten Um- und Ausbau eines Hauses an der Brüderstraße zu schultern. Das Gros der Wohnungen in diesem Gebäude ist vermietet, "im Erdgeschoss steht aber noch eine altengerechte Vierraumwohnung zur Verfügung, die sich auch sehr gut für eine Wohnungsgemeinschaft eignen würde", sagte Mallohn. Der Geschäftsführer zeigte sich zuversichtlich, diese und eine zweite, 38 Quadratmeter große altengerechte Wohnung im Obergeschoss, in absehbarer Zeit an interessierte Senioren vergeben zu können.

Bilder