Völkisch-rechte Siedler soll es auch im Landkreis Stendal geben. Eine Informationsveranstaltung zu dieser Thematik ging in Seehausen über die Bühne.

Seehausen l Im Foyer der Wischelandhalle in Seehausen fand in dieser Woche eine Informationsveranstaltung statt, in der es um den Fakt ging, dass sich auch in unseren dünn besiedelten Landschaften Menschengruppen mit extrem rechter Anschauung ansiedeln, die zunächst als harmlose, alternative Aussteiger gehalten werden.

Das Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Stendal und "Seehausen links" hatten zu der Veranstaltung eingeladen, um über diese Gemeinschaften mit ihrem rassistisch-antisemitischen Weltbild aufzuklären. Mit im Boot war auch der Verein "Die Schmiede" aus Polkau mit Lothar Zahn, der neben der Ausgabe von alkoholfreiem Glühwein auch "nichtvölkische" Spezialitäten wie Feigen oder Halva nebst Lektüre verteilte. Als Gast hatten die Organisatoren die Autorin Anna Schmidt von der "Amadeu Antonio Stiftung" aus Berlin eingeladen. Ihre Veröffentlichung "Völkische Siedler/innen im ländlichen Raum - Basiswissen und Handlungsstrategien" wurde durch das Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Bundesministeriums des Innern gefördert. Ihre Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Bundesregierung dar. In einem rund einstündigen Vortrag stellte die Autorin die wesentlichen Gesichtspunkte ihres Werkes vor.

Kritisch mit Problemen auseinandersetzen

Dabei benutzte sie auch sehr viele Zitate, die die Weltanschauung dieser völkischen Siedler, die gut organisiert und untereinander sowie mit der NPD und weiteren rechten Organisationen vernetzt seien, widerspiegelten.

In der anschließenden Diskussion der knapp 100 gezählten Besucher ging es vorwiegend darum, wie man mit solchen "Nachbarn", die oft schon vom Verfassungsschutz kritisch beäugt werden würden und deren Diskussionswissen nicht zu unterschätzen sei, umgehen sollte. Nicht alle Besucher waren mit der Meinung, dass man mit diesem Personenkreis nicht reden oder von ihnen keine Waren kaufen sollte, einverstanden.

Als Fazit der Diskussion galt: Setzen Sie sich kritisch mit dem noch wenig erforschten Phänomen auseinander. Mit Argumenten kommt man diesem Personenkreis nicht bei, da ihre Meinung sehr gefestigt ist. Man sollte nicht weggucken und sich mit anderen austauschen und eventuell professionelle Beratung suchen, gab die Hauptakteurin dieser Veranstaltung als Hinweis.

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