Wenn der Verbandsgemeinderat Seehausen das nächste Mal am 17.Februar tagt, sollte der Beschluss zum Haushalt des laufenden Jahres nach der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses eigentlich nur noch eine Formsache sein.

Seehausen l Nachdem der Ausgleich des Zahlenwerkes unter großen Anstrengungen schon einmal erreicht war, gelang es der Kämmerei und Bürgermeister Robert Reck, auch den 13800-Euro-Zuschuss für die Stadtinformation Seehausen einzuarbeiten. Zu dem hatten sich die Kommunalpolitiker aus den fünf Mitgliedsgemeinden in der vergangenen Woche bekannt, weil die Einrichtung, in der auch die Bibliothek betrieben wird, bei weitem nicht nur für die Alandstädter aktiv ist (wir berichteten).

Der Zuschuss für eine halbe Teilzeitkraft wird in kleineren Posten unter anderem in den Bereichen Kinderbetreuung, Brandschutz oder Gebäudeunterhaltung durch Kürzungen erwirtschaftet. "Die Zahlen", versicherte Reck, "sind belastbar und reißen keine neuen oder größeren Löcher auf".

Stadtinformation braucht eine langfristige Lösung

Alandbürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt merkte an, dass man eine dauerhafte Lösung finden müsse, um die Diskussion nicht bei jeder neuen Haushaltsberatung erneut zu führen. Am besten sei es, die Stadtinfo ganz und gar in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde zu geben. Seine Amtsbrüder von der "Höhe" und aus Seehausen, Bernd Prange und Detlef Neumann, finden das im Prinzip richtig, erinnerten ihn in dem Zusammenhang aber daran, dass es dafür einer Änderung des Fusionsvertrages zur Gemeindegebietsreform bedarf, der alle fünf Kommunen zustimmen müssten. Sie räumten aber auch ein, das es einen Versuch wert sei.

Die Defizitfinanzierung für das Seehäuser Waldbad, die die Stadt Seehausen zunehmend überfordert, hatte es bekanntlich nicht in den Haushalt geschafft. Dafür traf sich ein kommunalpolitisches Quartett eine Stunde vor der Sitzung des Finanzausschusses zu einer ersten Beratung, um einen zumindest für die Stadt wohl beispiellosen Spendenaufruf ins Leben zu rufen. Zu der Runde gehörten Hauptinitiator Bernd Prange, Robert Reck und Detlef Neumann sowie Stadtrat und Fördervereinsvorsitzender Walter Fiedler.

Ergebnis der Sitzung ist der erste Entwurf für ein Schreiben, das allen Einwohnern der Verbandsgemeinde Seehausen vielleicht schon mit dem nächsten Amtsblatt zugestellt werden soll. Die Gewerbetreibenden und Unternehmen der Region bekommen den Spendenaufruf gesondert zugesandt, in dem der entsprechende Überweisungsträger für schnell entschlossene Sponsoren gleich beiliegt.

Empfänger der Beträge, die nach Vorstellungen Pranges idealer Weise keine Eintagsfliege bleiben sollen, ist nicht der Förderverein, sondern die Stadt Seehausen, die bei Bedarf auch Quittungen für die Verrechnung bei der Einkommenssteuer ausstellt. Der Heiligenfelder Unternehmer ließ auf Nachfrage der Volksstimme durchblicken, dass er gedenkt, mit gutem Beispiel voranzugehen: "Schließlich geht es auch um unsere Kinder, die dort ihre Freizeit verbringen und Schwimmen lernen."

Er verband seine Zusage mit der Hoffnung, dass insbesondere den Seehäusern selbst bewusst sein muss, wie kritisch es um die Zukunft der 77 Jahre alten Freizeitstätte bestellt ist, und was sie bereit sind, für dessen Erhalt zu tun. Wie Walter Fiedler immer zu sagen pflegt, betont auch Prange, dass jeder Betrag weiterhilft.