Krumke l Kammerpop, Chansons, schräge Rhythmen und schöne Lieder hatte Dezibella (Tara Lüthje) den Besuchern der zweiten diesjährigen Veranstaltung "Töne und Tropfen" im Krumker Kavaliershaus angekündigt und damit den Besuchern nicht zuviel versprochen.

Von Bossa Nova bis zum Reggae-Pop

Alles hausgemacht, was sie und ihr Partner Herr Maria (Gunther Maria Nagel) in aller Fröhlichkeit aus Instrumeten und Kehlen zauberten. Sie hatten alles selbst komponiert, arrangiert und getextet - halt, nicht ganz! Bemerkenswert ist der Griff zum deutschen Philologen und Philosophen Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900). Dessen Text "Wie das so ist mit dem Dichten" nahmen sie als Anleihe für einen heiteren Reggae-Rap, den Dezibella auch heiter vortrug. Das Duo hat seine Wahlheimat in der Prignitz gefunden. Dezibella, gebürtige Hamburgerin, sagte der Volksstimme, sie sei schon bald nach der Wende in den östlichen Teil Deutschlands gekommen und lebe seit 22 Jahren in Seddin bei Perleberg. Ihr Partner sei vor zwölf Jahren ebenfalls hier sesshaft geworden. Seitdem sind sie als fahrende Musikanten unter anderem auf Volksfesten, Mittelaltermärkten und bei weiteren Projekten Musik auch mit historischen Instrumenten dabei.

Ein Zirkuswagen habe ihnen als erstes Domizil dienen müssen, seit einiger Zeit besäßen sie in dem kleinen Prignitzdorf eine feste Bleibe. "Durch Mundpropaganda und Gespräche mit Künstlerfreunden sind wir auf ,Töne und Tropfen` im Krumker Kavaliershaus aufmerksam geworden, und dessen Wirtin Annegret Spillner hatte uns engagiert", verriet uns Dezibella. Ihr Programm eröffneten sie mit einem Musiktitel, wobei sie ihre Percussion behutsam einsetzten.

Herbst- und Frühlingslieder, Blues vom Balkan, Bossa Nova, Prignitzer Walzer, Reggae-Rap und viele andere musikalische Leckerbissen hatten sie für das Publikum parat, mit einer Vielfalt von Instrumenten wie Gitarre, elektrischem Kontrabass, Cajón, Xylophon, Buschtrommel, Bambusflöte und unterstützt von Loopine, dem elektronischen Papagei.

Spaziergang an der Elbe inspirierte zu einem Song

Die Idee zu dem Lied "Das Leben ist wie ein Fluss" sei ihr bei einem Spaziergang am Wahrenberger Elbufer gekommen, erzählte die Sängerin. Ein anderes Lied beschreibt unsägliches Verlangen nach irgend etwas, und ein weiteres Stück fordert zu Entscheidungen im Leben auf.

Gut zwei Stunden lang ging es munter so weiter. Wieder einmal hatte Annegret Spillner mit dem Engagement des Duos eine gute Wahl für ihre Veranstaltungsreihe getroffen. Sie hatte wie immer für einen guten Tropfen zu den Tönen gesorgt und herzhaften Nudelauflauf bereit gehalten.