Die Einheitsgemeinde Osterburg nimmt die führende Position im Bundesland ein: Das schnelle Internet wird ab September für alle zur Einheitsgemeinde gehörenden Orte zur Verfügung stehen.

Osterburg l Damit ist das Osterburger Territorium flächendeckend die erste Verwaltungseinheit in Sachsen-Anhalt, die mit der schnellen Daten-Autobahn mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Download-Bereich ausgerüstet ist. Auf diese führende Rolle sind Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz, Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose und Amtsleiterin Anke Müller natürlich sehr stolz. Das Trio erhielt gestern die offizielle Nachricht über den Ausbau des Kabelnetzes. Joachim Fricke, Projektleiter beim Breitband-Ausbau für Sachsen-Anhalt bei der Deutschen Telekom, informierte bei seinem gestrigen Besuch im Rathaus über die Investition in der Biesestadt. Die Arbeiten sollen im März starten, und im September könnten die Haushalte dann von den mindestens doppelt so fixen Verbindungen im Internet im Vergleich zur aktuellen Situation profitieren.

Keine Tiefbau-Arbeiten erforderlich

Während in den meisten Orten der Einheitsgemeinde bereits die Voraussetzungen für eine hohe Übertragungsrate gegeben sind und damit eine beachtliche Geschwindigkeit auf der Daten-Autobahn "gefahren" werden kann, schwächelten einige Straßen in der Kernstadt und ihrem Ortsteil Zedau. In Osterburg sind Leitungen vorhanden, die aktuell bis zu 50 M/Bit pro Sekunde leisten. In einigen Haushalten sei das Surfen im Internet jedoch nur mit bis zu 6 M/Bit pro Sekunde möglich. In Zedau ist es noch gravierender - dort sind 2 M/Bit das Maximale. Diese Übertragungsgeschwindigkeit könne die Internet-Nutzer schon mal nerven. Mit dem geplanten und im Frühjahr beginnenden Ausbau, bei dem übrigens bis auf eine Sache kein Tiefbau erfolgen muss, wird nach Abschluss der Arbeiten das Surfen im Netz entspannter. Und schneller.

Mit den Glasfaserkabeln und der Vectoring genannten Technologie hält dann das VDSL-Netz in der gesamten Einheitsgemeinde Einzug. Da sämtliche Straßenzüge der Biesestadt bereits mit Leer-Rohren versorgt sind, kann das Vorhaben auch ohne größere Nebenerscheinungen über die Bühne gehen. Außer am Standort des Kabelverteilers in der Bismarker Straße ist es an keiner Stelle notwendig, Straßen oder Gehwege zu öffnen. Nötig ist indes der Bau von Kabelverzweigern: 18 sind in Osterburg geplant.

Krevese und Königsmark machten den Anfang

Die Telekom übernimmt in Eigenregie die Versorgung der Rohre mit Glasfaser. Was auch bedeutet, dass die Kommune keinen Cent dazuzahlen muss. Bis September will das Unternehmen das Aufgabenfeld in Osterburg und Zedau abgeschlossen haben. Wenn alles erledigt ist, wird zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, versprach Fricke. Will der Internet-Nutzer von VDSL, den super schnellen Übertragungsraten, profitieren, müsse er sich melden. Was allerdings nicht nach großem Aufwand klingt.

Die Bemühungen der Einheitsgemeinde in Sachen Internet sind allerdings enorm. Anke Müller, die diesen Bereich in der Verwaltung unter sich hat, sprach von insgesamt rund 1,4 Millionen Euro, die bisher in den Ausbau des Kabelnetzes flossen, wobei auch eine große Summe an Fördergeldern akquiriert werden konnte.

Die Osterburger Verwaltung sorgte 2009 dafür, dass die Arbeiten in Krevese und Königsmark begannen. Stück für Stück wurde die Daten-Autobahn in der Einheitsgemeinde verlängert. Und ab März werden die letzten Puzzleteile gesetzt. "Darüber können wir uns sehr glücklich schätzen", ist Nico Schulz über diese Entwicklungen froh.