Dass Karneval auch ohne Funkengarde und Elferrat gut funktionieren kann, zeigen die Eichstedter seit nunmehr 17 Jahren. Am Sonnabend schlossen sie die diesjährige Saison mit ihrer 47. Veranstaltung. Der Eichstedter Dorfkrug war erneut ausverkauft.

Eichstedt l Mit ihrem Schlachtruf "Eichstedter alle hier" begann auch am Sonnabend die Karnevalssitzung im Eich- stedter Dorfkrug. Begrüßt wurden die Gäste jedoch nicht vom Einerrat Roger Leppich, sondern von Facility Manager Werner Voigt. Der Hausmeister für alle Fälle kam auch nicht mit leeren Händen. Er hatte einen Satz Luftpumpen dabei, den die "Uchtemäuse" zum Konzert brauchten. Angeführt wurden die Herren von ihrem flippigen Dirigenten Roger. Das Orchester wurde nach der ersten Zugabe von den Funken Steffi Kröning und Sarah Waschelowski sowie von Zeremonienmeister Andreas Walter standesgemäß von der Bühne geführt.

Reise in die Vergangenheit mit Chronist und Ehepaar

Um den Nachwuchs scheinen sich die Eichstedter Narren keine Sorgen machen zu müssen. Zum nächsten Höhepunkt des Abends erinnerten sich die Schüler Collin Praast und Marie Hoffmann als altes Ehepaar Heinrich und Hubertine an die ach so schöne frühere Zeit. "Lass es uns doch noch einmal machen", stammelte Hubertine. Dabei sprach sie nicht etwa vom Schlafzimmervergnügen, sondern dem Handklatschspiel "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp". Die Vergangenheit ist schon seit Gründung der Karnevalsgemeinschaft das Spezialgebiet von Ortschronist Manfred Meyer. In seinem aktuellen Bericht erinnerte er neben den neuen Orgelpfeifen im April oder dem notgelandeten Segelflieger im August auch an so manches Missgeschick der Eichstedter. So gab es bei einer Rentnerfahrt lange Wartezeiten, weil ein Mitfahrer sein Gebiss auf dem Küchentisch liegen gelassen hatte. Bedauern musste er auch den Weihnachtsmann, der die Kinder im Baumgarten statt per Schlitten mit dem Fahrrad mit Geschenken versorgen musste.

Neben dem gesprochenen Wort war auch Gesang wieder ein wichtiger Bestandteil der Karnevalsshow. Sigrid Schwerin und Yvonne Hoffmann doubelten Karel Gott und Darinka, um mit dem Publikum zu "Fang das Licht" zu schunkeln. Weitere Freunde der Musik wurden von Wolfgang Haring auf dem Akkordeon begleitet. Sie brachten Seemannslieder zum Besten und brachten spätestens damit den Saal zum Beben.

Schauspiel und Tanz wurde im nächsten Programmhöhepunkt von den wilden Hühnern abverlangt. Die Damen gehörten zur Putzbrigade von Frau Flodder alias Doris Podas. Statt ihr zu helfen hatten es die Sauberkeitsengel jedoch mit Kreuzworträtseln und tanzenden Schrubbern zu tun.

Spannende Geschichten, die das Leben schreibt, gehörten natürlich auch zum diesjährigen Narrenprogramm. Den Anfang machte Kalle alias Karl-Heinz Foltan. Als wehleidiger Ehemann erzählte er von seiner Krankheit und vom jüngsten Missgeschick, bei dem ihm ein Geisterfahrer ins Heck gerast war. Zweiter Experte des Abends, wenn auch auf anderem Gebiet, war der Penner von Uchtebrücke. Bettina Gude verstand es, mit trockenem schwarzen Humor ihren USA-Trip im vergangenen Jahr zu einem Hörerlebnis zu machen. Viel Geld hat er jedoch nicht wieder zurückgebracht. Die Dollars sind in Las Vegas geblieben.

Krönender Abschluss des Abends war das Eichstedter Männerballett. Diesmal nahmen sich die Herren das bekannte Musical "Cabaret" vor. Nach einer weiteren Zugabe und gut zwei Stunden Karneval zum Mitfiebern kamen alle Akteure noch einmal auf die Bühne.

   

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