Stephan Dorgerloh (SPD) hat sich gestern hinter die Bestrebungen gestellt, die Sekundarschule "Karl Marx" in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Und: Der Kreistag habe nur über das Konzept abzustimmen. Strukturelle Aspekte dürften bei seiner Entscheidung keine Rolle spielen, sagte der Kultusminister.

Osterburg l Stephan Dorgerloh warb eindringlich dafür, der Osterburger Lernstätte die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule zu genehmigen. Ausdrücklich lobte der Kultusminister das Konzept, das "Karl-Marx"-Schüler, Lehrer und Eltern mit Leben erfüllen wollen. Es sei außergewöhnlich gut, betonte Dorgerloh. "So wünscht man sich Schule", fügte er anerkennend hinzu. Mit Blick auf die anwesenden Kreispolitiker Lars Schirmer (SPD), Edith Braun, Torsten Dobberkau (beide parteilos) und Horst Janas (Die Linke) sowie den Kreis-Beigeordneten Denis Gruber (SPD) stellte der Minister klar: Wenn der Kreistag am kommenden Donnerstag über die Umwandlung der Bildungsstätte in eine Gemeinschaftsschule befindet, dürften strukturelle Aspekte keine Rolle spielen. Laut Schulgesetz habe der Kreistag sein Votum ausschließlich am Konzept festzumachen.

Edith Braun widersprach. Sie persönlich könne bei dieser Entscheidung strukturelle Belange wie die Schulentwicklungsplanung nicht gänzlich ausklammern, so die Kreispolitikerin. Schließlich gehe es darum, die noch bestehenden Lernorte im Kreis zu erhalten. Braun befürchtet Auswirkungen auf den Goldbecker Sekundarschulstandort, sollten die Osterburger Pläne greifen. Torsten Dobberkau schlug in die gleiche Kerbe. Auch der Goldbecker machte aus seiner Sorge keinen Hehl, dass die Einrichtung in seinem Dorf ins Wanken geraten könnte. Ralf Bergmann wiederum teilte diese Befürchtung nicht. Der Landtagspolitiker forderte die Goldbecker Bildungsstätte vielmehr dazu auf, selbst die Initiative für die Weiterentwicklung zu einer Gemeinschaftsschule zu ergreifen.

Auf diese Möglichkeit ging auch Lars Schirmer ein. Er schlug den Osterburgern vor, die Umwandlung um ein Jahr zu verschieben und diesen Schritt dann gemeinsam mit Goldbeck zum Schuljahr 2016/17 zu vollziehen. Lehrer stellten aber klar, dass in der Osterburger Bildungsstätte zusätzlich zu der schon jetzt im "Gemeinschafts-Modus" laufenden 5. Klasse noch ein weiterer Jahrgang unter Sekundarschul-Bedingungen nicht mehr gestemmt werden könnte. Schließlich muss die Lehrerschaft einer Sekundarschule unter anderem auch mit einem geringeren Stundenkonto auskommen als in einer Gemeinschaftsschule.

Elternsprecherin Anja Harwart, Fördervereinschefin Karin Christiansen-Weniger, Eltern und Lehrer setzten sich gestern vehement für die Gemeinschaftsschule ein. Kreistagsmitglied Horst Janas kündigte an, für die Umwandlung zu stimmen. Und der Osterburger Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (CDU) appellierte an die Kreispolitiker, sich an das Schulgesetz zu halten und bei der Abstimmung am kommenden Donnerstag ausschließlich über das Konzept zu befinden.

Diesem Votum im Kreistag blickt auch Dorgerloh gespannt entgegen. Er wünsche den Kreispolitikern auf jeden Fall eine weise Entscheidung, machte der Minister am Ende der Gesprächsrunde deutlich.