Ein Meilenstein für den professionellen Pferdetourismus wurde vor kurzem bei der nationalen Konferenz zum Pferdetourismus gesetzt. Zukünftig wollen Vereine und Einrichtungen deutschlandweit zusammenarbeiten.

Goldbeck l Der Pferdetourismus soll bundesweit zukünftig von einer besseren Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure und Regionen profitieren. Um diese Zielvorgabe umzusetzen, trafen sich Anfang des Monats rund 30 Vertreter von Verbänden, Vereinen und Akteuren aus vielen Regionen Deutschlands in Horstmar im Münsterland.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung übernahm die Schirmherrschaft für die erste bundesweite Veranstaltung dieser Art. Initiiert wurde die erste Nationale Konferenz zum Pferdetourismus von Münsterland e.V., Tourismusverband und Landurlaub Mecklenburg-Vorpommern sowie der dwif-Consulting GmbH. Als Vertreter der Interessengemeinschaft Sternreiter in der Altmark nahm Eike Trumpf, Vorsitzender des Vereins, an der Konferenz teil.

"Zielstellung war es, dass der Pferdetourismus größere Bündelung in Deutschland erfährt."

Eike Trumpf

Schwerpunkt des Treffens war es, Lösungsansätze herauszuarbeiten, um dem Pferdetourismus mehr Schlagkraft zu geben. "Zielstellung war es, dass der Pferdetourismus größere Bündelung in Deutschland erfährt", erklärte Eike Trumpf am Freitag im Pressegespräch. Wie er erläuterte, wurden im Münsterland auch Ansätze angesprochen, wie über die Region hinaus Einrichtungen zusammenarbeiten können.

Themen wie unterschiedliche Reitwegeregelungen in den Bundesländern, fehlende Marktforschung, unzureichende Lobbyarbeit, die Bedeutung von Qualifizierung von Reittourismusanbietern für qualitativ hochwertige Reitangebote sowie Vernetzung zwischen Regionen und Akteuren wurden angesprochen. Diese Aspekte seien in Zukunft gemeinsam in Angriff zu nehmen. Dass dies über die Bundesgrenzen hinaus funktioniert, zeigte bei der Konferenz das Beispiel von Regio Twente, die in den Niederlanden mit 1000 Kilometern Reitwegen die größte Pferderegion ist. Unter anderem gibt es dort ein Knotenpunktsystem, durch das zahlreiche zwei- bis dreistündige Rundwege entstehen. Diese sind bei Reitern besonders beliebt.

Ergebnis der Konferenz war, so Trumpf, dass eine Kerngruppe von zehn Teilnehmern gebildet wurde, die sich intensiv mit der Umsetzung der angesprochen Schwerpunkte beschäftigt. Konkret geht es dabei um die Umsetzung der nächsten Schritte in den Bereichen Wegenetze, Vermarktung, politische Lobbyarbeit und Netzwerk/Strukturen. Die Teilnehmer einigten sich außerdem darauf, die zweite Konferenz Pferdetourismus im nächsten Frühjahr durchzuführen. Gastgeber ist dann Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kerngruppe wird die Themen zu dieser zweiten Konferenz vorbereiten. Dort wird es dann auch darum gehen, eine bundesweite Lobby für den Pferdetourismus zu gründen, sagte Trumpf. Letztendlich stehe dahinter die Zielstellung, einen Pferdetourismusverband oder eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Derzeit arbeiten die einzelnen Regionen beziehungsweise Akteure im Bereich Pferdetourismus größtenteils noch für sich.

Konkret für die Region Altmark werde diesbezüglich die Zusammenarbeit mit Einrichtungen des Pferdetourismuses in Niedersachsen und Brandenburg angestrebt. Im Salzwedeler Raum werde dies zum Teil schon praktiziert, so Trumpf. Dort gibt es eine Kooperation mit entsprechenden Einrichtungen im Wendland.

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