Seehausen l Der erste Narr der organisierten Faschingsmacher vom Aland hatte auch allen Grund begeistert zu sein. Denn nicht nur das Wetter zeigte sich wie gewohnt von seiner sonnigen Seite, auch die Resonanz auf den Höhepunkt der Seehäuser Karnevalssaison war überwältigend.

60 Wagen hätten es zum Geburtstag sein können

Die Mühlenstraße hatte sich über die Lindenstraße bis zur Abfahrt Bahnstraße zu einer Festmeile verwandelt, die - vorsichtig geschätzt - wenigstens 2000 Leute säumten. Mit den Narren auf den Umzugswagen und den Schaulustigen in den Nebenstraßen müsste die Zahl sicher noch erheblich nach oben korrigiert werden.

Befreundete Faschings-Clubs aus der Region, Vereine, Firmen und sonstige Institutionen ließen die SCC-Organisatoren auch dieses Mal nicht im Stich und sorgten am Ende für 55 Schaubilder. Wobei sich die Gastgeber "vorwerfen" lassen müssen, eine einmalige Chance verpasst zu haben. Denn wenn die anführende Polizei, die beiden Feuerwehrautos am Schluss des Zuges eine Nummer verpasst bekommen hätten und zwei Schaubilder mit einem Hänger doppelt nummeriert worden wären, könnte die Bilanz im 60. SCC-Jahr 60 Schaubilder lauten. Natürlich wäre das nicht ganz "sauber" gewesen, aber soviel Notlüge muss in der fünften Jahreszeit erlaubt sein.

Die meisten Zaungäste werden auf die Zahl der Schaubilder aber nicht geachtet haben, weil sie zu tun hatten, die Botschaften der Motiv-Wagen zu erfassen, den bunt kostümierten Akteuren zuzujubeln oder ihre Taschen, Schirme und Hüte mit süßen und hochprozentigen Sachen zu füllen, die das fahrende Volk verteilte.

Bei den meisten Botschaften der Narren spielten das SCC-Jubiläum und die entsprechenden Glückwünsche eine tragende Rolle. Hier und da wurden aber auch die Politik der Landes- und Bundesregierung aufs Korn genommen.

Der Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann kritisierte das Finanzausgleichsgesetz und Finanzminister Jens Bullerjahn für die Kürzungen bei den Zuweisungen. Spätestens bei der Haushaltslesung wird dann allen Räten klar werden, dass der Kommune 2015 weit über 300000Euro für einen ausgeglichenen Etat fehlen.

Osterburger schafften es nicht bis zum Umzug

Womit sich das Waldbad wieder in Erinnerung bringt, dem am Sonntag offenbar die Sympathien vieler Umzugsteilnehmer sicher waren.

Letztere haben die Osterburger Narren hoffentlich nicht verspielt, weil sie beim Umzug zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Flagge zeigten. Allerdings war da auch ein bisschen höhere Gewalt im Spiel. Die OCG-Delegation hatte es wohl bis Seehausen geschafft, wurde dann aber wegen eines nicht zugelassenen Anhängers von der Polizei aus dem öffentlichen Verkehr gezogen.

   

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