Goldbeck/Osterburg l An der Sekundarschule Osterburg gibt es seit einigen Monaten die intensive Forderung nach einer Umwandlung der Bildungsstätte in eine Gemeinschaftsschule. Dafür sprach sich kürzlich auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) bei einem Besuch aus (wir berichteten). Um in diesem Fall dem befürchteten Abzug von Schülern aus dem Bereich Goldbeck entgegenzuwirken, lautete ein Vorschlag, auch die Sekundarschule Goldbeck in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Über das Thema Gemeinschaftsschulen wurde auch auf Ebene des Landkreises Stendal, insbesondere in den kreislichen Ausschüssen, intensiv beraten.

"Schnelle Gründung einer Gemeinschaftsschule Osterburg gefährdet Goldbecker Schule"

Torsten Dobberkau, Bürgermeister

Goldbecks Bürgermeister Torsten Dobberkau, der auch Mitglied des Kreistages ist und dort im Schulausschuss sitzt, sieht die Gründung von Gemeinschaftsschulen grundsätzlich positiv. Aber er warnt vor übereilten Schritten - auch mit Blick auf die geplante Gemeinschaftsschule Osterburg. "Sollte die Gemeinschaftsschule Osterburg sehr schnell gegründet werden, sehe ich die Gefahr, dass von dort aus Schüler aus der Region Goldbeck abgezogen werden und unsere Sekundarschule in ihrer Existenz gefährdet wird. Außerdem gibt es die berechtigte Sorge, dass die Schülerbeförderungskosten aufgrund der Wahlmöglichkeit noch weiter in die Höhe schnellen", so Dobberkau auf Nachfrage der Volksstimme.

Zudem sieht das Gemeindeoberhaupt das Modell der Gemeinschaftsschule noch nicht wirklich ausgereift. Sinnvoll wäre es, wenn die besten Schüler dort bis zum Abitur geführt werden könnten. Im gesamten Landkreis gebe es diese Möglichkeit gegenwärtig jedoch nur mit Partnerschulen.

Wie der Bürgermeister weiter ausführt, habe er bisher vor allem im Blick gehabt, dass es eine ausgewogene Schul- struktur für die gesamte Region Goldbeck gebe. Die sei mit dem Vorhandensein einer Grund- und Sekundarschule vor Ort sowie des Gymnasiums in Osterburg auch gegeben. Hinsichtlich der Sekundarschule Goldbeck habe er sich gefreut, dass nunmehr endlich die Sanierung des Schulgebäudes über Stark III auf die Agenda gerückt sei. Dies sollte erst einmal Vorrang haben.

Zustimmen würde Goldbecks Bürgermeister einer zeitgleichen Gründung von Gemeinschaftsschulen in Osterburg und Goldbeck. Dies würde das Problem der Konkurrenz und der ausufernden Transportkosten entschärfen. Dobberkau: "Das darf jedoch nicht überstürzt werden. Meine Meinung dazu steht fest: Nein zur Gründung einer Gemeinschaftsschule in Osterburg zum kommenden Schuljahr; ja zur Gemeinschaftsschule in Osterburg und Goldbeck ab dem nächsten Schuljahr." In diesem Fall würde auch der Sekundarschule Goldbeck die nötige Vorbereitungszeit bleiben, fügt der Bürgermeister hinzu. Voraussetzung sei natürlich, dass dies von den Eltern und seitens der Lehrerschaft gewollt sei.

Der Leiter der Sekundarschule Goldbeck, Winfried Schwuchow, betont, dass die Idee der Bildung einer Gemeinschaftsschule von politischer Seite mit ihm bisher in keiner Weise besprochen worden sei. Auch während der Kreisschulausschuss-Sitzung im Januar an seiner Schule sei keine Rede davon gewesen. Dabei sei es um die geplante Schulsanierung gegangen.

"Sekundarschule bereitet Schüler optimal auf das spätere Leben vor"

Winfried Schwuchow, Schulleiter

"Aber wir Lehrer beobachten natürlich die Entwicklung um uns herum. Wir wissen, dass Gemeinschaftsschule ein politisches Vorhaben auf Landesebene ist. Darum sind wir auch dabei, uns auf den Fall der Fälle vorzubereiten. Unsere Kollegen sind seit längerem dabei, die entsprechenden Schulungen zu absolvieren", führt Schwuchow aus.

Der Schulleiter ist sich jedoch sicher, dass auch an der Sekundarschule in Goldbeck die Schüler optimal auf das spätere Leben vorbereitet werden. "Erstens gibt es bei uns eine hervorragende Berufsvorbereitung. Zweitens können die sehr guten Schüler hier den erweiterten Realschulabschluss erreichen, womit sie für ein Studium vorbereitet sind. Ich glaube, dass die Sekundarschule für viele Schüler nach wie vor der richtige Weg ist", erklärt Schwuchow. Aber er fügt hinzu: "Wenn das Modell der Gemeinschaftsschule erwünscht ist und uns die Eltern auf diesem Weg unterstützen würden, dann wären wir dafür gewappnet."