Krüden l Das Zwischendeckenprojekt in der Krüdener Kirche bestimmt das Geschehen im Verein fast schon seit dessen Gründung 2008. Nachdem das Projekt aufgrund neu entdeckter Holzschäden teurer als geplant und damit verzögert wurde, sorgten zuletzt Unstimmigkeiten mit der unteren Denkmalschutzbehörde seit Oktober 2014 für einen Baustopp.

Das älteste Haus im Ort

Das erläuterte Aland-Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt bei einem Vor-Ort-Termin mit der Vereinsvorsitzenden Gudrun Hahn und dem Vorstandsmitglied Manfred Emme. Das Gemeindeoberhaupt ist zwar Atheist, engagiert sich aber gern für den Erhalt des ältesten Gebäudes im Dorf.

Der Zwist mit Stendal ist leicht dargelegt, wird deshalb aber nicht verständlicher. Die Verantwortlichen in der Kreisverwaltung bestanden bei der "Vertäfelung", die für den Laien aus glatten Brettern besteht, von den Experten aber als barocke Decke eingeordnet wird, auf den Erhalt von 80 Prozent der alten Fläche. Was nicht nur Hildebrandt verwunderte, der beruflich mit Holz zu tun hat, und einige Stücke der von Holzwürmern fast schon pulverisierten Bretter präsentierte.

Die Kirchenförderer suchten daraufhin Hilfe beim Landrat und zuletzt bei den oberen Denkmalschützern. Die Geduldsprobe beim Warten auf die Antwort aus Halle hat sich gelohnt. Jetzt dürfen 80 Prozent der Balkenverkleidung ausgetauscht werden. "Damit können wir leben", zeigte sich Emme kompromissbereit.

Rund 80000 Euro werden die Arbeiten am Ende kosten. Ein großer Anteil ist der Reparatur der morschen Deckenbalkenköpfe geschuldet, auf denen die Dachkonstruktion lastet. Aber auch die Bretterfläche hat es in sich, zumal die Balken von unten, aber auch begehbar von oben erneuert werden.

Um die große Summe zu stemmen, habe man 30000 Euro über das Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung akquirieren können. Es fließen aber auch Zuschüsse aus dem Baulastfond des Kirchenkreises. Dazu gesellen sich Eigenmittel, Spenden und Sponsorengelder. Wobei der Vorstand mit Verweis auf die Vergabe betont, dass die Gelder in der Region bleiben.

Raum mit Kultur erfüllen

Pläne für die Zukunft haben die Kirchenförderer auch. So sind noch Teile des Daches zu sanieren. Außerdem sollen die Wände einen Anstrich bekommen. Da muss allerdings erst noch geklärt werden, ob sich unter der alten Farbschicht vielleicht ein paar schützenswerte Fresken verbergen. Dass es welche gibt, gilt als gewiss.

Gewiss ist zudem, dass die Krüdener Kirche auch abseits der relativ seltenen Gottesdienste mit Leben erfüllt werden soll. Der große Raum, der sich besonders durch das fehlende Mittelgestühl anbietet, eignete sich natürlich für Konzerte, aber auch für Ausstellungen und sonstige kulturelle Aktivitäten, sind sich die Kirchenförderer einig.

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