Rengerslage l "Zwischen Feuer und Eis" betitelte Familie Günther am Freitag den Abend über ihre Islandreise. Mit diesem Thema lockte der Kultur- und Sportverein der Altgemeinde Königsmark leicht Gäste aus der Umgebung in die Bauernstube nach Rengerslage.

"Schön, dass ihr den Abend macht", meinte Helmut Sasse freudestrahlend. Island hatte ihn und seine Frau schon immer interessiert. Wie Familie Günther auf Island kam, ließ sich leicht erklären. "Wir haben die Kinder gefragt", so Enrico Günther, der seit Anfang des Jahres Pressewart des Vereins ist und ein Faible fürs Fotografieren hat. Tochter Finja liebt Islandpferde, Sohn Jacob interessiert sich für Vulkane und Geysire. Nach kurzer Recherche stand fest: "Das machen wir."

Auf eine Reise von Süd nach Nord wollte die Familie die Gäste mitnehmen. Den Anfang machte Sohnemann Jacob mit einem Gedicht über Treibsand, isländische Romantik. Enrico Günther beschrieb daraufhin den Start der Reise in Berlin-Schönefeld - das ja auch wie Bahnhof Stendal sei. Zwei Stunden vor Abflug gab es eine riesige Reiseschlange. Aber Glück gehabt: Das waren die Reisenden nach Gran Canaria. Nach nur fünf Minuten waren Günthers mit dem Einchecken nach Island durch.

Island, das so groß ist wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen, aber mit nur 317000 Einwohnern im Vergleich zu den 81 Millionen, die Deutschland hat. 120000 davon leben auch noch in der nördlichsten Hauptstadt der Welt, Reykjavik. Bewohnt ist allein die Küstenregion, und es gibt nur eine Straße, die um das Land führt. Der Rest seien Wege. So waren sie untergebracht. In einsam stehenden Ferienhäusern. Drei Häuser zählen als Dorf, fünf als Stadt. Dort gibt es 500000 Schafe. Soweit zur Grundsituation.

Der Blick aus dem ersten Ferienhaus fiel direkt auf Vulkan Hekla. Geysire live zu sehen, war schon ein Ereignis. Gleich zwei Mal hintereinander erlebten die Günthers die Eruption einer von den 26 aktiven heißen Quellen, die Wasser fontänenartig nach oben schießt. Den Film dazu bekamen die Gäste in der Bauernstube zu sehen. Islandpferde und Lavabrocken ebenfalls.

Zwischendurch wies Enrico Günther mit Frau Antje augenzwinkernd auf die Spendenbox hin: "Schließlich müssen wir ja wieder in den Urlaub fahren."

Im Jahr 2012 war Familie Günther bereits nach Amerika gereist und hatte anschließend öffentlich darüber berichtet. 3500 Fotos schoss Enrico Günther im Urlaub, nur einen Teil bekamen die Gäste zu sehen. "Bei mir wird nichts gelöscht, denn das sind alles Erinnerungsstützen für mich", betonte Günther und fügte hinzu, "das ist eben Segen und Fluch der Digitalfotografie." Inzwischen habe er etwa 30- bis 40000 Fotos auf seiner Festplatte.