Osterburger Bürger kritisieren den Zustand des Seggewiesenwalls. Er verkommt zu einer kleinen Mülldeponie. Und auch nur eine halbwegs vernünftige Sitzbank ziert den einst beliebten Weg.

Osterburg (rwe/igu) l "Ich bin seit über 50 Jahren Anwohner des Seggewiesenwalls. Auch früher waren die finanziellen Mittel begrenzt. Doch der älteste Spazierweg der Stadt war immer gepflegt und gesäubert." Nicht nur der 78-jährige Günther Nentwig ist über den Zustand der einst beliebten "Flaniermeile" sehr enttäuscht.

Eigentlich sollte dieser östliche Bereich der Hansestadt Osterburg den Einwohnern zur Erholung dienen. Doch wer den knapp zwei Kilometer langen Fußweg erkundet, sieht links und rechts Müll und ungepflegte Bereiche. Seit Jahren ungesäuberte Gräben, kleine Berge von verrottetem Biomüll - dazu nur noch eine Sitzbank auf der gesamten Strecke, die schließlich auch noch einen reparaturbedürftigen Eindruck hinterlässt und alles andere als einladend ist. "Als hier vor einigen Jahren noch einige Bänke vorhanden waren, nutzten diese junge Menschen als ihre Partyzone", weiß der 49-jährige Dirk Kotzkowski zu berichten, der hinzufügt: "Sie verbreiteten ihren Unrat, demolierten Bänke. Ein Problemfall für unsere Stadtväter", hofft Kotzkowski, seit acht Jahren am Seggewiesenwall wohnhaft, dass künftig etwas passiert. "Schade nur, dass es nun gar keine Sitzgelegenheiten mehr gibt."

Und noch ein weiterer Zustand fällt den Spaziergängern sofort ins Auge. In den vergangenen Jahren hat sich der Baumbestand erheblich verringert. Erst vor einigen Wochen wurden dort vier Linden abgeholzt.

Ortschaftsrat will sich des Themas annehmen

"Ich habe in den vergangenen Jahren circa 50 gefällte Bäume gezählt. Auf Nachfrage bei der Stadt erhielt ich nur die Antwort, dass sie krank waren, das Holz verkauft wurde", sagt Rüdiger Müller, der regelmäßig mit seinem Hund in den Seggewiesen Gast ist. "Ich bin ja kein Baumexperte. Doch die Stämme der vier Linden, die gefällt wurden, waren nicht ausgetrocknet", bezweifelt Müller, dass das Baum-Quartett geschädigt war. "Wird der Seggewiesenwall zu einem Abholzgebiet?", fragt der Osterburger, der dies nicht nachvollziehen kann.

Bei vielen spazierfreudigen Einwohnern haben sich Probleme und Fragen über den schon seit zwei Jahrhunderten existierenden Wanderweg und dessen Zustand angestaut.

Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose versprach, sich mit dem Ortschaftsrat dieses Themas anzunehmen. Für Gose ist die Kritik der Bürger berechtigt. Dass es auch an Sitzgelegenheiten hapert, ist bekannt. Erst kürzlich konnte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz und Gose die Umwelt- und Landschaftssanierung Altmark ins Boot holen, um die Bänke am Landwehrwall auf Vordermann zu bringen. "Vieleicht finden wir im nächsten Jahr wieder eine Lösung mit diesem Unternehmen, auch die Bänke an den Seggewiesen in Ordnung zu bringen", sagt Gose, der mit dem Stadtgärtner die Lage vor Ort begutachten will.

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