Vieles spricht dafür, dass in diesem Jahr das Plummusfest in Goldbeck wieder stattfindet. Bürgermeister Torsten Dobberkau kann sich vorstellen, dass die Gemeinde selbst die Verantwortung übernimmt. Veranstaltungsort wäre in diesem Fall die Goldbecker Zuckerhalle.

Von Andreas Puls

Goldbeck l Eine öffentliche Äußerung des Verbandsgemeindebürgermeisters, Eike Trumpfs, während der Grünen Woche in Berlin hat offenbar für eine kleine Initialzündung gesorgt. Trumpf hatte in einem Interview das traditionsreiche Plummusfest in Goldbeck erwähnt und unterstrichen, dass es sehr wünschenswert wäre, dieses Fest wieder aufleben zu lassen.

Einige Anwesende hatten die Äußerung so verstanden, dass die Veranstaltung wieder stattfinden werde und auch die Verbandsgemeinde (VG) sich vorstellen könnte, sich vor den Karren zu spannen.

Verbandsgemeinde wird Verantwortung nicht tragen

Doch dazu wird es nicht kommen. Wie Trumpf auf Nachfrage ausführte, könne die VG nicht hauptverantwortlicher Organisator des Festes werden, sprich als Veranstalter fungieren. "Wenn wir das machen würden, dann würden andere Gemeinden und Vereine mit Recht fragen, warum wir nicht auch das Risiko für ihr Fest tragen - zum Beispiel für den Biedermeiermarkt in Werben oder das Gänselieselfest in Arneburg."

Jedenfalls hat die besagte Äußerung Trumpfs für Gesprächsstoff gesorgt und offenbar einige Aktivitäten in Gang gebracht. So laufen nach Informationen der Volksstimme auf Ebene der Gemeinde Goldbeck derzeit viele Initiativen, das Plummusfest wiederzubeleben. "Nachdem sich der Kulturförderverein Östliche Altmark als Veranstalter zurückgezogen hat, ist es uns leider bisher nicht gelungen, einen anderen Verein oder Veranstalter zu finden, der die Hauptorganisation und die Hauptverantwortung für das Fest übernimmt. Daher gibt es die Überlegung, dass wir als Gemeinde selbst Veranstalter werden. Unter anderem während der letzten Sitzung des KUSO-Ausschusses wurde darüber diskutiert", teilt Dobberkau auf Nachfrage mit.

Gemeinde will Zuckerhalle als Veranstaltungsort

Wie er weiter ausführt, habe es kürzlich auch ein Gespräch mit dem Goldbecker Peter Schulz gegeben, einem der ursprünglichen Initiatoren, der auch als "Urvater" des Plummusfestes gilt. Auf dessen Vier-Seiten-Hof hat die Veranstaltung in der Vergangenheit immer stattgefunden. "Peter Schulz hat derzeit selbst offenbar keine Ambitionen, das Fest wiederzubeleben. Aber er hat sich so geäußert, dass er möglichen anderen Organisatoren keine Steine in den Weg legen will", ergänzt Dobberkau. Zum Beispiel hätte es Probleme mit der Verwendung des Namens Plummusfest geben können.

Goldbecks Bürgermeister plädiert jedenfalls dafür, das Fest wieder aufleben zu lassen. Er könne sich nunmehr doch vorstellen, dass die Gemeinde vorerst als Veranstalter fungiert. Die Entscheidung müsse jedoch der Gemeinderat treffen. Das Thema werde bei der nächsten Ratssitzung am 9. März auf der Tagesordnung stehen. "Wenn die Gemeinde sich dazu entschließt, dann wird die Zuckerhalle der Veranstaltungsort werden." Dobberkau abschließend: "Wir sind intensiv am Rühren. Es laufen Gespräche mit weiteren potenziellen Akteuren, die sich wieder mit einbringen würden."

Letztmals hat das Plummusfest im Jahr 2013 auf dem Goldbecker Vier-Seiten-Hof stattgefunden. 2014 hatte der Kulturförderverein Östliche Altmark bekanntgegeben, nicht mehr als Veranstalter für das Fest zur Verfügung zu stehen. Der Vorstand begründete das damit, dass der kleine Verein unter anderem aus Versicherungsgründen sich nicht mehr in der Lage sehe, die Hauptverantwortung für die Veranstaltung zu tragen. Hintergrund für das Aus des Festes - so heißt es immer wieder hinter vorgehaltener Hand - seien aber auch Streitereien unter verschiedenen Beteiligten gewesen.

Sasse: "Kriegsbeil sollte endlich begraben werden"

Helmut und Kerstin Sasse aus Rohrbeck, Inhaber der Firma "Alles in Gärung", waren von Anfang an Mitorganisatoren des Festes. Sasses setzen sich intensiv dafür ein, dass die Veranstaltung wiederbelebt wird. "Es ist ein traditionelles Fest mit überregionaler Ausstrahlung. Es wäre doch außerordentlich schade, wenn solch eine beliebte Veranstaltung stirbt, mit der sich immerhin die Gemeinde und Region Goldbeck einen Namen gemacht hat. Der Knatsch unter einigen Akteuren liegt nun anderthalb Jahre zurück. Da sollte es doch möglich sein, das Kriegsbeil wieder zu begraben", meint Helmut Sasse.