Erxleben l Frischer Wind, ab und zu ein paar Regentropfen und zwischendurch blickte die Sonne durch die Wolken - so hatte sich der 5. März 1955 gezeigt, als der an ebenfalls diesem Tag 20 Jahre alt gewordene Gustav und seine 19-jährige Marianne in Erxleben zum Traualtar schritten und nach dem Ringwechsel den gemeinsamen Namen Wernicke annahmen.

Das ist nun 60 Jahre her. Es sei bisher eine schöne und nicht immer leichte Zeit gewesen, lassen beide durchblicken. Gestern feierte das Paar im Kreise von Familienangehörigen, Verwandten und Freunden im Dorfgememeinschaftshaus das Fest der diamantenen Hochzeit. Zu den Gratulanten gehörten unter anderem Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Ahrend, Gustavs Kameraden von der örtlichen freiwilligen Feuerwehr, deren langjähriges Mitglied er ist und nun der Alters- und Ehrenabteilung angehört, sowie die Damen vom Erxlebener Frauenchor, in dessen Reihen Marianne singt. Glückwünsche überbrachten auch Ute Patan im Namen der Sitztanzgruppe der Osterburger Volkssolidarität und Gundula Lange von der Parkinson-Selbsthilfegruppe; in beiden kleinen Gemeinschaften hat die Jubilarin ihren Platz.

Gustav stammt aus Klein Schwechten und war 1948 mit den Eltern nach Erxleben gezogen, die hier einen Bauernhof übernommen hatten. Marianne ist gebürtige Stendalerin; sie kam mit ihrer Familie 1952 in das Altmarkdorf. Als Jugendliche herangewachsen, musste er auf dem elterlichen Hof mitarbeiten, während sie als Dienstmädchen beim Bauern Paul Gose beschäftigt war. Beide trafen sich an den Wochenenden oft auf dem Tanzboden in Bösches Gaststätte. "Wir mochten uns gleich", erinnerte sich Gustav, "aber so richtig gefunkt hatte es erst später."

Großer Zusammenhalt

Als auch seine Eltern nicht an der LPG vorbeikamen, sattelte Gustav als Traktorist um, und seine Marianne hatte auch zunächst in der Landwirtschaft gearbeitet, wurde dann Verkäuferin und später Köchin in der Schulküche. Drei Kinder gehören zur Familie: Veronika, die Älteste, lebt in Bremen, Harald, der zweite im Bunde, ist Berliner geworden, und Frank, der Jüngste, im Dorf geblieben. Gustav und Marianne freuen sich über fünf Enkel und zwei Urenkel. "Wir haben alle ein gutes Verhältnis zueinander. Auch, wenn wir die weiter entfernt wohnenden Kinder nicht so oft sehen, ist doch unser Zusammenhalt geblieben, und das ist ja das Wichtigste", sagen beide. Neben der Arbeit in der Feuerwehr hat Gustav Wernicke seinen Garten hinterm Haus, vom Frühjahr bis zum Herbst "vom Morgen bis zum Dunkelwerden", und Mariannes andere Leidenschaft neben dem Singen ist das Lesen.