Osterburg l Auf eine "neue Qualitätsstufe", wie es beide Partner ausdrückten, wollen der Landessportbund (LSB) und die AOK ihre bereits bestehende Zusammenarbeit bringen. Andreas Silbersack, Präsident des LSB und Ralf Dralle, Vorstand der genannten Krankenkasse in Sachsen-Anhalt, unterzeichneten gestern in den Räumen der Osterburger Landessportschule einen entsprechenden Kooperationsvertrag, der buchstäblich für mehr Bewegung sorgen soll.

Speziell Kinder und Jugendliche sollen vom Computer-Platz aus den eigenen vier Wänden gelockt werden und sich mehr bewegen. "Die motorischen Fähigkeiten nehmen ab, körperliche und seelische Erkrankungen nehmen zu", sagt Dralle zur aktuellen besorgniserregenden Entwicklung des Nachwuchses. Eine Umfrage hätte ergeben, dass zwei Drittel der Befragten an Bewegungsmangel leiden. "Wer mehr Sport treibt, fühlt sich wohler", weiß Silbersack. Deshalb soll gezielt an Tagesstätten und Schulen für mehr sportliche Betätigung geworben werden. LSB und AOK konnten für ihr Projekt auch vier erfolgreiche Nachwuchssportler aus Sachsen-Anhalt gewinnen, die der Kampagne ein Gesicht geben.

Auch die Osterburger Sportschule ist Bestandteil der neuen Partnerschaft: In der Einrichtung, die im vorigen Jahr eine gute Auslastung von 53 Prozent erreichte, sollten Projektwochen, die Dralle als eine Art Ferienlager bezeichnete, über die Bühne gehen. Sport und Ernährung sollten im Mittelpunkt dieser Tage stehen. Auch sachsen-anhaltische Vereine - rund 3200 gibt es im Land - könnten die Stätte für spezielle Trainingswochenenden für ihren Nachwuchs nutzen.

Gemeinsame Projekte

"Insbesondere der Breitensport ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsvorsorge", machte Dralle deutlich. Sowohl er als auch Silbersack betonten die Freude über die erst einmal auf vier Jahre festgelegte Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.

"Wir hoffen, dass sich eine Sogwelle bilden wird", sagt Dralle, der von dem Projekt angetan ist. Auch Silbersack hofft auf Erfolge. "Wir haben den Anspruch, die Kinder vom PC wegzulocken."

Die Zusammenarbeit sieht gemeinsame Präventionsprojekte für Kinder und Jugendliche und Vereinspartnerschaften vor. Darüber hinaus wollen beide Partner zusammen den Aktiven- und Breitensport fördern. Ziel ist es, sich gemeinsam für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und für die gezielte Förderung des regionalen Sports stark zu machen.

Der Landessportbund Sachsen-Anhalt vereint unter seinem Dach in 14 Kreis- und Stadtsportbünden aktuell 341303 Sportlerinnen und Sportler in 3165 Sportvereinen. Die 48 Landesfachverbände gewährleisten als Mitgliedsverbände des LSB den Wettkampf- und Punktspielbetrieb in ihrer Sportart und sichern die sportfachliche Ausbildung.