Bei Verkehrsunfällen im Territorium der Einheitsgemeinde Osterburg kamen im vergangenen Jahr drei Menschen ums Leben. Insgesamt zählte die Polizei 390 Zusammenstöße.

Osterburg l In keiner anderen Einheits- und Verbandsgemeinde des Kreises registrierte die Polizei im Jahr 2014 mehr Verkehrstote als im Osterburger Gebiet. Dieser Fakt überschattet eine Bilanz, die sonst insgesamt einen leichten Rückgang an Zusammenstößen ausweist. Und an der Spitze der Ursachen den gewohnten Dauerbrenner ins Feld führt. Erneut rangierten im Vorjahr Unfälle mit Wild uneinholbar weit vorn. So ziemlich an jedem dritten Crash, der sich 2014 im Osterburger Territorium ereignete, haben Reh, Fuchs, Hase und Co eine Aktie.

Unfallschwerpunkte, auf denen es auffällig häufig krachte, waren 2014 in der Einheitsgemeinde nicht ausfindig zu machen, sagt Mario Grünwald. "Im weiteren Sinne kann man vielleicht die B 189 so bezeichnen. Sie ist die verkehrsintensivste Straße in unserer Region, auf ihr ereignen sich die meisten Unfälle", fügt der Regionalbereichsbeamte hinzu.

Auch im eigentlichen Stadtgebiet sieht Grünwald keinen wirklichen Unfallschwerpunkt. "Das gilt selbst für die Haupteinkaufszone in der Breiten Straße, in der sich Radfahrer und Autos im Gegenverkehr auf der schmalen Fahrbahn begegnen. Aber sicher wird diese Situation häufig dadurch entschärft, dass viele Radler auf den Bürgersteig ausweichen", sagt Grünwald. Ihre "Flucht" auf den Gehweg entschuldigen Radler oft mit der gleichen Begründung: "Es stört sie und viele andere Osterburger, dass die Fahrbahn der Breiten Straße eben nicht wirklich breit ausfällt", berichtet der Regionalbereichsbeamte.

Was ihn selbst am meisten in der Stadt ärgert? "Die regelmäßige Missachtung des Halteverbots auf der westlichen Seite der Hainstraße", antwortet Grünwald. Nahezu täglich würden Einwohner das Verbot ignorieren, wenn sie ihre Kinder zum Unterricht in die Grundschule am Hain bringen. "Wir kontrollieren dort sehr oft. Aber wenn die Polizei mal ein oder zwei Tage nicht vor Ort ist, wird das Verbot schnell wieder beiseite geschoben. Manche Kraftfahrer lassen sich nicht einmal durch unsere Anwesenheit stören", hat der Regionalbereichsbeamte beobachtet. Die Polizisten greifen deshalb bei ertappten "Wiederholungstätern" längst nicht mehr nur zu Ermahnungen. "Dort mussten wir auch schon Verwarnungs- und Bußgelder aussprechen", bestätigt Grünwald.

Die Kontrolle der Verkehrssituation in der Hainstraße dürfte fast schon folgerichtig auch in den kommenden Monaten ein Arbeitsschwerpunkt für die beiden Regionalbereichsbeamten Michael Krüger und Mario Grünwald bleiben. Gleiches gilt für eine Präventionsarbeit, in der zunehmend auch ältere Jahrgänge in das Blickfeld rücken. "Wir stellen fest, dass die Zahl der Unfälle wächst, an denen ältere Verkehrsteilnehmer beteiligt sind", erzählt Grünwald.

Auf diese Entwicklung, die auf das steigende Durchschnittsalter in der Region basiere, reagierten die Regionalbereichsbeamten im Vorjahr bereits mit einem Schulungsangebot für ältere Verkehrsteilnehmer. "Unsere Veranstaltung in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität wurde sehr gut angenommen", blickt Mario Grünwald zufrieden zurück. Und fügt hinzu: "Das macht uns Mut, auch in diesem Jahr entsprechende Angebote auf die Beine zu stellen."

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