Magdeburg (rfr) l Politiker fast aller im Landtag vertretenen Parteien wollen Einwohner aus der Altmark bei ihren Forderungen zur A-14-Planung unterstützen. Das ist das Ergebnis eines Treffens mit Betroffenen aus den Gemeinden Osterburg und Seehausen mit den verkehrs- und umweltpolitischen Sprechern der Parteien am Freitag in der BUND-Geschäftsstelle Magdeburg (wir berichteten). Mit Ausnahme der CDU waren alle Parteien anwesend.

Mehr Lärmschutz nötig

Henning Horzetzky aus Drüsedau, Jürgen Neldner aus Krumke, Birte Ahrend aus Dequede und Susanne Bohlander aus Seehausen informierten über die Sorgen der Einwohner vor Ort. Dass bei Drüsedau die Autobahn in nur 600 Metern Entfernung vom Dorf in einer Höhe von bis zu 6,50 Meter gebaut werden soll, ist für Henning Horzetzky nicht hinnehmbar, der auf die Vorgaben der Raumordnung hinwies, wonach die Autobahn geländeangepasst gebaut werden soll. Die A 14 weiter weg vom Dorf und in Troglage, das sind die Forderungen der Drüsedauer, so Sosanne Bohlander nach dem Treffen.

Birte Ahrend berichtete von dem Lärmschutzwall in Röthenberg als bislang einzige Lärmschutzmaßnahme zwischen Osterburg und Seehausen. Doch dieser Wall sei nicht höher und länger geplant als unbedingt notwendig. Um die Belastung erträglicher zu machen, wäre auch bei Röthenberg ein höherer und längerer Wall notwendig. Außerdem wies sie auf mangelnde Eingrünungsmaßnahmen hin. Ähnliche Forderungen machte Jürgen Neldner für das Durchschneiden wertvoller Auenlandschaften an der Biese auf.

Fachleute beeindruckt

Und auch die Verbandsgemeinde Seehausen bemängelt in ihrer Stellungnahme unzureichende Lärmschutzmaßnahmen und die zu hohe Dammlage der Trasse, so Bohlander, die für Bündnis 90/Die Grünen im Seehäuser Stadtrat sitzt.

Die Landtagsabgeordneten zeigten sich offenbar beeindruckt von den Schilderungen. Von berechtigte Forderungen habe Holger Hövelmann, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, gesprochen und zugesichert, im Verkehrsausschuss entsprechend aktiv zu werden. Die Planung sei zwar Sache der genehmigenden Baubehörde. Er könne jedoch direkt an den Verkehrsminister herantreten und diesen auffordern, die angesprochenen Dinge zu klären. Dazu gehöre auch die Frage, warum die A 14 in derartiger Dammlage gebaut werden soll.

Dietmar Weihrich, umweltpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, will die Forderungen auch im Verkehrsausschuss thematisieren. "Es ist ein schwerer Fehler, dass bei der A 14-Planung gerade beim Lärmschutz gespart werden soll. Der Verkehrsminister muss dazu Stellung nehmen", zitierte Bohlander Weihrich.

Der verkehrspolitische Sprecher der Linken, Frank Hoffmann, zeigte sich nach dem Gespräch betroffen. Er müsse daraus schließen, dass der Schutz der Menschen bei diesem Bauvorhaben unbefriedigend sei. Hoffmann schlug vor, dass die Einwohner ihre Situation nicht nur in Briefen, sondern persönlich in einer Anhörung vor dem Verkehrsauschuss schildern. Denn: "Briefe liest man und legt sie dann beiseite. Menschen sind authentisch, die kann man nicht einfach wegschieben".

Probleme sind lösbar

Andre Lüderitz, Umweltfachmann der Linken, schilderte am Beispiel der A 14 Magdeburg bis Halle, dass man dort auch versucht habe, die Autobahn möglichst tief zu legen, um Belastungen für Mensch und Umwelt zu reduzieren. Jetzt dürfe man bei der A-14-Nord nicht nur auf die Kosten schauen. Auch er will helfen, politischen Druck aufzubauen.

Die Einwohner fragten auch, warum ein Ausbau der B 189 mit Überholspur und Ortsumgehungen nicht als Alternative geprüft werde. Dietmar Weihrich informierte in diesem Zusammenhang über den neuen Bundesverkehrswegeplan und die Möglichkeit, dass die A14 aufgrund fehlender Gelder auf Jahre verschoben wird. Der Ausbau der B189 müsse daher jetzt geprüft und vom Land angemeldet werden. Wenn die Landesregierung das versäumt, befürchtet er, dass die Altmark beim Ausbau der Straßeninfrastruktur ganz leer ausgeht.

Alle anwesenden Abgeordneten waren sich einig, dass den Einwohnern die Möglichkeit gegeben werden soll, ihre Probleme im Verkehrsausschuss demnächst persönlich vorzutragen. "Ihre Fragen sind berechtigt und diese Probleme lösbar", erklärte Holger Hövelmann. "Wir müssen diese Fragen nur dorthin bringen, wo sie gelöst werden können."