Auch im Bereich der Verbandsgemeinde Seehausen durften die Statistiker beim Unfallgeschehen für 2014 jetzt einen positiven Trend vermelden.

Seehausen l Aber: Während nahezu alle Regionen im Land und im Landkreis einen hohen Rückgang der Unfallzahlen verzeichnen konnten, "war es bei uns ein sehr hoher Rückgang", ließ Hauptkommissarin Verena Schneider gestern gut gelaunt wissen.

Beim Rückgang der Gesamtunfallzahlen um rund ein Fünftel auf 364 stechen besonders die Zusamenstöße mit Wild bei einem Minus von 51 auf 172 Unfälle heraus. Die Gründe dafür sind nicht so ganz offensichtlich. Vielleicht gibt es weniger Wild, vielleicht haben Rehe, Schweine Co. ihre Gewohnheiten geändert? "Aber vielleicht", so Verena Schneider, "beachten einfach mehr Kraftfahrer als sonst ja doch die einschlägigen Warnhinweise am Straßenrand oder gehen mit der Dämmerung in Waldstücken ganz automatisch vom Gas".

Augenmerk auf Prävention

Obwohl die Zusammenstöße mit Wild so deutlich zurückgegangen sind, belegen sie bei den Unfallursachen im Raum Seehausen weiter den ersten Platz. Mit deutlichem Abstand folgen das Wenden und Rückwärtsfahren mit 34 (-4) angezeigten Vorfällen. Die Zusammenstöße infolge nicht gewährter Vorfahrt legten um einen Unfall auf 19 zu. Überholen und Wiedereinorden sowie Vorfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit liegen mit 15 (-1) und 14 (-7) Aktenvorgängen auf Platz vier und fünf.

Fünf Unfälle, bei denen Alkohol (5) und Drogen (1) im Spiel waren, hören sich nicht so viel an, sind aber überflüssig. Was auch für Unfallfluchten gilt, die 2014 39-mal angezeigt wurden. Was immerhin einem Rückgang um 7 Fälle entspricht.

Dass die 45- bis 60-Jährigen am häufigsten in Unfälle verwickelt sind, hat vor allem etwas mit allgemeiner Demographie zu tun. Denn das ist genau die Altersgruppe, die vor allem auch dienstlich oder auf dem Weg zur beziehungsweise von der Arbeit hinter dem Steuer sitzt. Dass die über 60-Jährigen auch verhältnismäßig oft Unfallverursacher sind, ist nach Angaben der Hauptkommissarin kein Seehäuser Phänomen, sonder vielmehr der Tatsache geschuldet, dass die älteren Bürger vom Dorf aufgrund der schwachen Infrastruktur länger mobil sein wollen und wohl auch müssen.

Nachdem die Osterburger Regionalbereichsbeamten (RBB) eine so gute Resonanz auf die guten alten Verkehrsteilnehmerschulungen bei den reiferen Verkehrsteilnehmern erfahren haben, wollen auch Verena Schneider und ihr RBB-Kollege, Polizeihauptmeister Günther Fiukowski, gewissermaßen diesen Ball aufgreifen. Wann, steht noch nicht genau fest. Derzeit sind sie bei diversen Seniorenveranstaltungen dabei, die Einwohner in Sachen Sicherheit von Einbrüchen bis Betrugsmaschen zu sensibilisieren. Außerdem investieren die beiden Ordnungshüter einen Großteil ihres Zeitbudgets noch bei der Prävention in Kindergärten, Grund- und Gemeinschaftsschulen.

Die Beamten sind in den Einrichtungen zu Gast und nicht nur zum Beginn des neuen Unterrichtsjahres, sondern auch jetzt noch regelmäßig an den Schulwegen und sonstigen Brennpunkten präsent. Und wenn die Polizisten Fahrräder kontrollieren, müssen nicht nur Kinder und Jugendlichen ihre Drahtesel vorzeigen.

Darüber hinaus greifen sie gern auch Anregungen auf, wenn es darum geht, besondere Gefahrenschwerpunkte zu kontrollieren.