Seit Mitte vergangenen Jahres verfügt Osterburg über kein eigenes Obdachlosenheim mehr. Die Einheitsgemeinde hat die Aufgabe an einen Privatanbieter in einer Nachbarkommune abgegeben. Was aus dem früheren Heim-Gebäude wird, steht noch nicht fest.

Osterburg l Kostengründe brachten die Einheitsgemeinde dazu, einen Schlussstrich unter das bisherige Obdachlosenheim an der Ecke Werbener Straße/Gartenstraße zu ziehen. Seit Mitte der 90er Jahre als Unterkunft genutzt, bewohnte zuletzt nur noch eine Person Räumlichkeiten in dem spartanisch und mit Mobiliar aus DDR-Zeiten ausgestatteten Gebäude.

"Für einen Bewohner ein ganzes Haus zu bewirtschaften und zu unterhalten, dieser Aufwand war uns zu groß", begründete Bürgermeister Nico Schulz die Überlegungen der Kommune, nach einer Alternative zu suchen. In einer benachbarten Verbandsgemeinde wurden die Osterburger fündig. "Wir haben einen Vertrag mit einem Privat-Anbieter abgeschlossen, der sich um die Unterbringung von obdachlosen Personen kümmert", informierte Schulz.

Mit dem Wegzug des letzten Bewohners kehrte Ruhe in das Obdachlosenheim ein. Und noch ist nicht abzusehen, wann und wie das "Stillleben" endet. Zudem müssten sich vor einer neuen Nutzung erst einmal Handwerker durch das Haus arbeiten. Denn es besteht Sanierungsbedarf. Daran ließ schon der damalige Sozialausschuss des Osterburger Stadtrates während einer Besichtigung im Jahr 2010 keinen Zweifel. Trotzdem blieben Modernisierungen aus. In den zurückliegenden Jahren finanzierte die Einheitsgemeinde ausschließlich die Unterhaltung und Bewirtschaftung der Immobilie.

Arbeiten scheinen also weiterhin notwendig, soll das Gebäude eine neue Nutzung erfahren. Wie zum Beispiel als Wohnhaus für Flüchtlinge, nannte Nico Schulz eine mögliche Option. Der Bürgermeister machte in diesem Zusammenhang aber auch deutlich, dass die Unterbringung von Flüchtlingen für Osterburg noch nicht auf der Tagesordnung steht. "Wir sind dazu gern bereit und haben dies auch gegenüber dem Landkreis und dem Landrat bekräftigt. Aktuell besteht aber keine Nachfrage nach unserem Angebot", sagte er. Bleibt es dabei, dürfte sich die Frage nach einer Nutzung des früheren Obdachlosenheims bald wieder stellen. "Dann gibt es für uns eigentlich nur zwei Möglichkeiten", stellte der Bürgermeister klar. "Entweder wir sanieren das Gebäude selbst und finden eine neue Nutzung. Oder die Kommune verkauft es."