Was die flächendeckende Versorgung mit leistungsstarkem Internet betrifft, werden sich viele Einwohner der Verbandsgemeinde (VG) Arneburg-Goldbeck noch in Geduld üben müssen. Einen Sachstandsbericht dazu ließ sich der Gemeinderat Goldbeck am Montag geben.

Goldbeck l Auf Antrag des Ratsmitgliedes René Schernikau (Piratenpartei) war zur Gemeinderatssitzung am Montag der IT-verantwortliche Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, Markus Sommer, eingeladen, um einen Sachstandsbericht hinsichtlich des geplanten Ausbaus der Versorgung mit breitbandigen Internetanschlüssen in den Ortschaften der Gemeinde Goldbeck zu geben. Bürgermeister Torsten Dobberkau sagte einleitend, dass auch er das Thema für wichtig hält. Schließlich biete die ländlich geprägte Region der Altmark nicht allzu viele Standortvorteile. Hochleistungsfähiges Internet könnte jedoch dazu gehören.

Wie Sommer ausführte, beschäftige sich die VG seit rund fünf Jahren intensiv mit der Thematik. Der Ort Goldbeck sei nicht besonders gut aufgestellt. In vielen Haushalten werde die für den Begriff DSL erforderliche Mindest-Übertragungsrate von zwei Megabit (Mbit) je Sekunde (Upload) kaum erreicht. Vor allem setze das vorhandene Kupfer-Kabelnetz Leistungsgrenzen. In Möllendorf sei die Situation besser. So wie in Goldbeck gebe es auch in den anderen Dörfern, wie in Bertkow, Plätz und Petersmark, noch großen Nachholbedarf.

VG hat sich mit Beitritt zum Verband festgelegt

2012, so der Ordnungsamtsmitarbeiter weiter, wurde der Zweckverband Breitband Altmark gegründet - mit dem Ziel eines von der EU und vom Bund geförderten flächendeckenden Ausbaus mit hochleistungsfähigem Internet in der gesamten Altmark. Die VG Arneburg Goldbeck trat dem Verband unverzüglich bei, so wie auch fast alle anderen Verbands- und Einheitsgemeinden. Als sinnvollste Variante, so die vorherrschende Auffassung im Zweckverband, habe sich der Ausbau mit einem Glasfaserkabelnetz (FTTH-Netz) herausgestellt. Angesichts der immer weiter steigenden Datenmengen, die über das Internet flössen, lasse ein solches Netz immer noch "Luft nach oben".

Netzplan für die Altmark wird derzeit erstellt

"Der flächendeckende Breitbandausbau für die gesamte Altmark ist ein Pilotprojekt. Es gilt als das größte Infrastrukturvorhaben dieser Art in ganz Deutschland", so Sommer. Als erfreulich sei es zu bewerten, dass Ende 2014 ein verbindlicher Vertrag für das Gesamtprojekt mit einem Netzbetreiber unterzeichnet wurde. Der Betreiber habe bereits Netze im Berlin-Brandenburger Raum und besitze Erfahrung mit dem Ausbau von Netzen in ländlichen Regionen. Sommer: "Ein Netzplan für die Altmark wird jetzt erstellt. Die größte Herausforderung wird der Tiefbau werden. Jede geplante Tiefbaumaßnahme soll dem Netzbetreiber mitgeteilt werden, um so zu prüfen, wo es sinnvoll ist, in diesem Zuge bereits Glasfaserkabel mit zu verlegen beziehungsweise entsprechende Rohre zu installieren, in denen später Kabel verlegt werden könnten, ohne erneut Tiefbauarbeiten vornehmen zu müssen." Wichtig sei es für den Betreiber, dass sich in den jeweiligen Orten etwa 60 Prozent der Haushalte ans Netz anschließen ließen. Sommer zeigte sich überzeugt, dass diese Rate zu erreichen sei. Auch für Privathaushalte spreche vieles dafür, diese Investition zu tätigen. "Glasfaser ist die einzig zukunftssichere Technik", betonte Sommer.

René Schernikau betrachtet das Vorhaben mit einer gewissen Skepsis - vor allem aus dem Aspekt heraus, dass es nach wie vor keinerlei Fördermittelzusagen gebe. Und mit Blick auf die möglichen eigenen Ausbauinitiativen von Orten meinte Sommer: "Ein eigener Ausbau ist durch den Beitritt der VG zum Zweckverband nicht mehr möglich."

Erschließung wird wohl noch über fünf Jahre dauern

Wo es in der Region Arneburg-Goldbeck mit dem Ausbau losgehen wird und welche Orte wann erschlossen werden, dazu konnte Sommer noch keine konkreten Angaben machen. Priorität hätten voraussichtlich die unterversorgten Orte. Die Versorgung der gesamten Altmark im Rahmen des ehrgeizigen Pilotprojektes werde schätzungsweise noch fünf bis zehn Jahre dauern.

Schernikau brachte die Frage ins Spiel, ob nicht die Erschließung von der Region Osterburg aus, wo es ein hochleistungsfähiges Internet-Glasfasernetz (Betreiber Telekom) bereits gibt, die Erschließung der VG-Arneburg-Goldbeck deutlich schneller erfolgen könne. Es wurde versprochen, dies zu prüfen.