Nach der Kündigung ihrer Garten-Parzellen konnten sich die Hobbygärtner der Osterburger Anlage "Am Burgwall" mit dem Eigentümer einigen. Die beiden eingesetzten Verwalter schauen nicht nur deshalb optimistisch nach vorn.

Osterburg l Nach turbulenten Tagen zum Ende des Vorjahres, als der in Großbritannien wohnende Eigentümer den Vertrag mit dem Kleingartenverein "Am Burgwall" kündigte, der Verein sich daraufhin auflöste, ist wieder Ruhe auf der Fläche östlich der Biesestadt eingekehrt. Die Hobbygärtner sind emsig in Gange, bewirtschaften und pflegen ihre Bereiche. Denn ein Großteil der ehemaligen Vereinsmitglieder schlossen Verträge mit dem Eigentümer ab.

Die beiden Verwalter, der ehemalige Vorsitzende Dieter Theuring und Ingeborg Kiesewetter, konnten sogar einige Interessenten für bisher brachliegende Flächen gewinnen, die durch die Kultivierung wieder aufgewertet werden. "Seit Jahresbeginn konnten wir sechs neue Parzellen verpachten", sagt Theuring, der im Auftrag des Besitzers sämtliche Vertragsangelegenheiten mit den neuen Gartenfreunden führt. Aber an einigen Stellen ist das Bild der Anlage noch nicht so, wie er es sich und andere Kleingärtner vorstellen. Theuring zeigt auf Bereiche, die nicht gerade einladend wirken. Im Gegenteil. "Hier wurde alles Mögliche entsorgt", stellt er fest. Einige Müllberge am Graben sind bereits verschwunden. "Der Wasserverband war dort tätig", sagt Theuring. Die entstandenen Kosten sollen umgelegt werden. Auf jene ehemaligen Mitglieder, die in der Vergangenheit auffielen: Speziell durch Unordnung, so der ehemalige Vorsitzende. Die Hinterlassenschaften der Problemfälle, wie Theuring die fünf Bürger nennt, stapelten sich. Nicht nur in einer Parzelle. "Sie zogen auch auf andere nicht bewirtschaftete Grundstücke." Und hinterließen auch dort ihren Müll.

Sehr moderater Pacht-Preis

Was Theuring und die anderen Kleingärtner für die Zukunft zuversichtlich stimmt: Die Problemfälle erhielten keinen Vertrag. "Jetzt haben wir endlich eine rechtliche Handhabe", deutet der jetzige Verwalter auf Konsequenzen hin, falls das Quintett im Areal wieder für Schwierigkeiten sorgen sollte. Seine einstigen Quartiere werden nun beräumt. Die Burgwall-Kleingärtner freuen sich wieder auf ihre Idylle, die in den Vorjahren durch die Handvoll Bürger getrübt wurde. "Sie haben auch andere belästigt."

Mehr als 40 Kleingärtner sind über die Anlage "Am Burgwall" miteinander verbunden. Und gegenseitige Hilfe ist auf der Traditionsfläche (schon im 16. Jahrhundert wurde hier Wein angebaut) kein Fremdwort. Theuring hofft noch, einige Parzellen an den Mann bringen zu können. Zumal der Pacht-Preis sehr moderat sei. "Wir zahlen fünf Cent pro Quadratmeter", gibt er Auskunft. Trotz der Arbeit mit den noch ungepflegten Bereichen "geht es vorwärts".