Der sogenannte grüne Bereich verkam im Vorjahr in einigen Orten der Einheitsgemeinde zur Problemzone. Trotzdem hält Bürgermeister Nico Schulz daran fest, bei der Pflege und Unterhaltung vor allem auch auf Kräfte aus geförderten Programmen zu setzen.

Osterburg l Über das Aktiv-zur-Rente-Programm und AGH (Arbeits-Gelegenheits-Maßnahmen) sollten 2014 genügend Kräfte akquiriert werden, um das kommunale Grün im Territorium der Einheitsgemeinde in Schuss zu halten. Doch dieses Kalkül ging nicht auf. Weil von 34 beantragten Kräften lediglich 19 bewilligt wurden, kam es in einigen Ortschaften der Einheitsgemeinde zu erheblichen Problemen. Mangels Personal wurden eigentlich nötige Pflegearbeiten auf die lange Bank geschoben, so gab die eine oder andere Grünanlage in der Einheitsgemeinde im Vorjahr zwischenzeitlich ein verwahrlostes Bild ab. Der Misstand wurde in der Öffentlichkeit viel diskutiert und landete sogar auf den Tischen mancher Ortschaftsräte.

Macht die kleinteilige Struktur noch Sinn?

Dennoch bleibt Osterburg in den kommenden Monaten der Strategie des Vorjahres treu, bestätigt Bürgermeister Nico Schulz. Und das bedeutet konkret: Ein erheblicher Anteil der Arbeiten im grünen Bereich soll auch 2015 über zusätzliches Personal aus geförderten Maßnahmen geschultert werden.

Eine Konsequenz hatte die Misere des Vorjahres trotzdem: "Wir haben unsere Mittel für den grünen Bereich deutlich aufgestockt. Im Vergleich zum Vorjahr ist im aktuellen Haushaltsplan der Einheitsgemeinde ein doppelt so hoher Betrag eingestellt", informierte Schulz.

Der Bürgermeister, der bei der Besetzung der AGH-Stellen im grünen Bereich weiterhin auf die Zusammenarbeit mit der Umwelt- und Landschaftssanierung Beetzendorf vertraut, dürfte zudem genauer hinschauen, wie reibungslos die Pflege der Grünanlagen in diesem Jahr verläuft. Treten erneut größere Probleme auf, dürfte das Thema schnell wieder heiß diskutiert werden. Und auch unter Kommunalpolitikern die Frage aufwerfen, ob die eher kleinteilige und dezentrale Strukturierung der Unterhaltung auch zukünftig Sinn macht. Nach Angaben des Bürgermeisters fußt die momentane Praxis auf die Jahre vor 2009, als die heutigen Ortschaften der Einheitsgemeinde noch eigenständige Kommunen waren und selbst Unterhaltung und Pflegemaßnahmen steuerten. "Manche Dörfer verfügen immer noch über eigene Gemeindearbeiter, die ihren grünen Bereich im Blick haben. So gab es 2014 in der Einheitsgemeinde auch Orte, in denen die Pflege der Grünanlagen funktionierte. Osterburg hat diese Aufgabe übrigens vor 2009 bereits an die Stadtwerke übertragen. Und auch im Stadtgebiet läuft es sehr gut", sagte Schulz.

Neuordnung nicht ohne "Nebenwirkung"

Eine Neuordnung und Vereinheitlichung der grünen Pflegemaßnahmen im gesamten Territorium der Einheitsgemeinde könnte das Problem mangelnder Unterhaltung flächendeckend abstellen. Ohne "Nebenwirkung" würde diese Umstruktierung aber nicht bleiben, zeigte sich Nico Schulz überzeugt. Er führte ein heikles Beispiel ins Feld: "Wenn wir für die Unterhaltung des grünen Bereiches eine zentrale, einheitliche Lösung erarbeiten, könnte dies bedeuten, dass die Ortsbürgermeister den direkten Zugriff auf ihre jeweiligen Gemeindearbeiter verlieren."

Noch steht eine Neuordnung der kommunalen Pflegearbeiten aber nicht auf der Tagesordnung. Nico Schulz setzt für 2015 auf die Arbeitsfördergesellschaft Beetzendorf und ein Mehr an zusätzlichen Kräften. Abschließend äußerte der Bürgermeister seine Hoffnung, "dass wir in diesem Jahr im grünen Bereich deutlich besser als 2014 über die Runden kommen."