Die Feuerwehr Seehausen leidet unter Personalmangel. Das geht anderen Truppen ebenso. Nur: Auf die Wehr der Alandstadt verlassen sich mehr Leute, als bei den Ortswehren.

Seehausen l Auf 98 Mitglieder konnte Stadtwehrleiter Enrico Schmidt bei der Jahresversammlung am Freitagabend im Versammlungsraum des Gerätehauses verweisen. Zwei Neuzugängen stehen 2014 zehn Abgänge gegenüber. Mit 43 Kameradinnen und Kameraden nimmt indes weniger als die Hälfte am aktiven Dienst teil. Der "Rest" übt noch beim Nachwuchs, leistet rückwärtige Dienste, musiziert im Spielmannszug oder ist in die Alters- und Ehrenabteilung gewechselt.

Der personelle Notstand machte sich besonders bei den 34 Einsätzen bemerkbar, zu denen die Kräfte montags bis freitags in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr alarmiert wurde. Da, so der Wehrleiter, habe man meist geradeso Zug- beziehungsweise Gruppenstärke erreicht. Zu wenige Feuerwehrleute verdienen ihre Brötchen vor Ort und werden von ihren Arbeitegebern für Hilfseinsätze freigestellt. Dazu forderte Schmidt, das ehrenamtliche Engagement bei den Blauröcken attraktiver zu machen. "Warum gibt es für aktive Feuerwehrleute, die ihre Leben für anderen riskieren und viel Zeit opfern, zum Beispiel keine zusätzlichen Rentenpunkte oder steuerliche Vergünstigungen", fragte er.

Was die Rentenpunkte betrifft, rennt er beim Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck offene Türen ein. Allerdings kann das Gemeindeoberhaupt das Thema auch nur transportieren, ändern müssen den Missstand andere. Reck ließ aber keine Zweifel daran, wie sehr er die Arbeit der Blauröcke wertschätzt und versicherte, dass die Kommune dazu auf die technische Ausstattung auch der Seehäuser Wehr achte. In dem Zusammenhang erinnert er an das neue Vorausrüstfahrzeug, das die Blauröcke derzeit für die Ausschreibung zusammenstellen.

 

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