Die Mitglieder des Sozialausschusses der Verbandsgemeinde Seehausen begrüßten auf ihrer Sitzung am Dienstagabend mit Manfred Kessel den Vorsitzenden der Kreisseniorenvertretung des Landkreises.

Lichterfelde/Seehausen l Der demographische Wandel macht sich bemerkbar. In zehn Jahren wächst der Anteil der über 65-jährigen Bürger in der Verbandsgemeinde Seehausen auf rund 32,5 Prozent, lautet eine Prognose, die Manfred Kessel den Mitgliedern des Sozialausschusses näher brachte. Fast 3000 Senioren würden dann zwischen den Gemeinden Zehrental und Altmärkische Wische leben. Und darauf müsse man sich einstellen. "Auch die Kommunalpolitik ist in der Pflicht", sagte der Vorsitzende der Kreisseniorenvertretung des Landkreises Stendal.

Seit 15 Jahren ist Kessel Vorsitzender dieses Vereins. Er kennt die Probleme seiner älteren Mitbürger. "Es müssen Wege gefunden werden, dass die Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben können", so der Seehäuser. Er sprach sich lobend über die ambulanten Pflegedienste der unterschiedlichsten Träger aus. Die Kreisseniorenvertretung hat auch Einblick in die Arbeit der insgesamt 20 stationären Pflege-Einrichtungen im Landkreis. Für jedes Pflegeheim gibt es einen sogenannten Paten, der als Mitglied der Vertretung den Kontakt zu "seinem" Haus pflegt. "Die Betreuungsqualität ist sehr gut", zieht Kessel ein positives Fazit zum Seehäuser Pflegeheim "Am Kaland", dessen Leitung er selbst regelmäßige Besuche abstattet. Aber es gebe auch Probleme. Beispielsweise wurde an diesem Abend im Lichterfelder Dorfgemeinschaftshaus die Essens-Versorgung mobiler Anbieter angesprochen.

Kreisseniorenvertretung sucht Mitwirkende

Im Seehäuser Ortsteil Behrend "ist es nicht möglich, Essen auf Rädern zu bekommen", sprach Marlies Duffe, Leiterin der Seehäuser DRK-Begegnungsstätte, eine Problematik an. Auch Gespräche mit dem Anbieter führten zu keinem Konsens. Ein großer Nachteil sei in diesem Fall die Verbindung nach Behrend: der Essensversorger, der unter anderem Senioren in Seehausen und Osterburg mit Mittagsportionen beliefert, würde die in einem schlechten Zustand befindliche Straße in den Ort meiden. "Die Einwohner haben auch zusätzliches Spritgeld angeboten." Es half nichts.

Die Kreisseniorenvertretung ist auf die Hilfe engagierter und ehrenamtlich tätiger Senioren angewiesen. Aus allen Einheits- und Verbandsgemeinden sind Mitglieder in der landkreislichen Organisation tätig. Aber auch zu den einzelnen Gemeinden der Verbandsgemeinde sollte ein möglichst reger Austausch erfolgen. Manfred Kessel erzählte mit Freude, dass jüngst eine Seniorin aus Lückstedt als Vereinsmitglied gewonnen werden konnte. Dagegen ist es der Senioren-Vertretung noch nicht gelungen, eine Seniorin aus der Gemeinde Zehrental für die Mitarbeit zu gewinnen.

Der Sozialausschuss ist bemüht, die Arbeit der Kreisseniorenvertretung so gut wie möglich zu unterstützen.