Der Werbener Stadtrat beschloss auf seiner Sitzung am Dienstag, 17. März, den Haushaltsplan 2015. Der Hansestadt gelingt die Vorlage eines ausgeglichenen Zahlenwerks. Investiert wird unter anderem in die Fortführung der Stadtsanierung.

Werben l Die zweite Lesung des Haushaltsplanes ging vergleichsweise zügig über die Bühne. Die Mitarbeiterin der Kämmerei der Verbandsgemeide Arneburg-Goldbeck, Astrid Baklarz, ging vor allem auf Änderungen ein, die nach der ersten Lesung auf Wunsch in das Zahlenwerk noch eingearbeitet wurden und gab weitere Erläuterungen.

Wie dem Vorbericht des Haushaltsplanes zu entnehmen ist, umfasst das Volumen des Haushaltsplanes 2015 der Hansestadt Werben in den Ausgaben und Einnahmen jeweils 1.373.200 Euro. Damit liegt das voraussichtliche Jahresergebnis bei 5700 Euro.

Kreisumlage droht deutlich zu steigen

Die abzuführenden Umlagen liegen nach bisherigen Festsetzungen etwa auf dem Vorjahresniveau. Die vorläufige Festsetzung der Umlage an den Landkreis Stendal wurde mit 335.000 Euro festgesetzt. An die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck muss die Hansestadt Werben 310.100 Euro abführen. Wolfgang Trösken machte noch einmal darauf aufmerksam, dass der Kreis angekündigt hat, ab Mai die Kreisumlage erhöhen zu müssen. Es sei davon auszugehen, dass dann 11.000 Euro mehr an Umlage zu berappen seien und ein Nachtragshaushalt beschlossen werden muss. Der finanzielle Handlungsspielraum der Stadt werde sich daduch verringern und der Finanzmittelbestand am Jahresende von den bisher kalkulierten 83400 Euro entsprechend geringer ausfallen", prognostiziert Trösken.

Die Personalkosten belaufen sich in diesem Jahr auf 260.000 Euro (Vorjahr: 228.400 Euro). Ein Grund für die Steigerung ist das Arbeitsverhältnis eines neu ausgebildeteten Fährmannes. An Steuern und ähnlichen Abgaben fließen in diesem Jahr 326.600 Euro ins Stadtsäckel, rund 8000 Euro mehr als 2014. Die allgemeinen Umlagen und Zuwendungen belaufen sich auf 426.700 Euro (minus 15000 gegenüber dem Vorjahr). Die Investitionspauschale, die 2014 vom Land an die Hansestadt fließt, beträgt 80.900 (plus 3300 Euro gegenüber dem Vorjahr).

Für die Vereine und die Feuerwehr wurden ebenfalls wieder finanzielle Zuschüsse eingeplant - wenn auch bescheiden. Der Feuerwehr-Förderverein erhält 175 Euro, die Schützengilde Werben, der Gemischte Chor Werben sowie der Angelsportverein jeweils 100 und die freiwillige Feuerwehr 200 Euro. Der SV Rot-Weiß Werben muss sich mit 50 Euro begnügen, jedoch können sich die Sportler über die städtische Subvention des Sportstättenbetriebs freuen. Diskutiert wird gegenwärtig noch auf Ebene der Vereine und der Stadt, ob die Vereine ihre Zuschüsse für die Ausrichtung des Stadtfestes am 6. Juni zur Verfügung stellen (16. Landes-Feuerwehrblasmusikertreffen, 25-jähriges Bestehen der Feuerwehr-Blaskapelle Werben und 1010-jähriges Bestehen der Hansestadt Werben).

Investiv geht es in der Hansestadt Werben 2015 weiter voran. Das mit Abstand größte Vorhaben ist die Weiterführung der Stadtsanierung. Die Maßnahmen werden sich voraussichtlich auf ein Gesamtvolumen von rund 375.000 Euro belaufen, wobei es sich bei einem Teil dieser Mittel noch um nicht vorgenommene Ausgaben aus dem Vorjahr handelt. Die größten Maßnahmen der Stadtsanierung dürften auf dem Gelände der Johanniter-Komturei stattfinden. Dort sollen das romanische Haus saniert und mehrere der maroden Wirtschaftsgebäude auf dem Areal gesichert werden. Das undichte Rathausdach steht ebenfalls auf der Agenda. Aber bislang wurde noch nicht darüber entschieden, ob das Dach saniert oder erst einmal nur repariert werden soll.

Mehrere Wege sollen ausgebaut werden

Weitere geplante Investitionsvorhaben sind in diesem Jahr unter anderem der ländliche Wegebau in Behrendorf (52.400 Euro) und in Giesenslage (112.000 Euro) und der Ausbau des Mittelweges (185.000 Euro) sowie des Weges an der großen Wässerung (365000 Euro). Ebenfalls im Etat eingeplant ist der Abriss eines Wohnhauses ins Giesenslage (33.600 Euro). Darüber hinaus sind eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen an kommunalen Wohnhäusern in Werben, Behrendorf und Giesenslage vorgesehen. Die dafür vorgesehenen Ausgaben belaufen sich auf 62.600 Euro.

Auf Antrag von Wolfgang Trösken wurden zusätzlich 7200 Euro für Vorplanungen für Sanierungsmaßnahmen am Wohnblock am alten Bahnhof in Werben eingestellt. Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung dieses Gebäudes vorzunehmen, so Trösken, sei eine Empfehlung des Infrastrukturbetriebes. Mehrere andere Stadtratsmitglieder betonten grundsätzlich die Notwendigkeit der Prüfung weiterer Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an kommunalen Wohngebäuden. Dies seien wichtige Investitionen in die Zukunft.

Außerdem setzte sich Michael Schnelle mit dem Antrag durch, 1000 Euro zur Anfertigung eine Plakette für die gefallenen Bürger der Stadt Werben im Haushaltsplan einzustellen. Darüber hinaus wurden 5000 Euro für die Fertigstellung der Sanierung des Sanitärtraktes auf dem Campingplatz (5000 Euro). Weiterhin wurden in den Haushaltsplan 2015 der Hansestadt Werben Mittel für den Grunderwerb und den Erwerb beweglicher Wirtschaftsgüter eingestellt

Der Schuldenstand der Hansestadt wird sich 2015 weiter reduzieren - von rund 844.000 auf etwa 750.000 Euro.