Osterburg l Schauplatz des jüngsten Treffs der Kreisvolkshochschule war vor wenigen Tagen das Osterburger Kreismuseum. Und schon traditionell gestaltete ihn der Gemischte Chor Osterburg unter Leitung von Dagmar Brazda. Thema dieser musikalischen Stunde unter dem Motto "Kleine Mühe - große Wirkung" war der Kanon. Bei einigen dieser kurzen Gesänge war das Publikum aufgefordert mitzusingen, und die Besucher nahmen gutwillig das Dirigat der Chorleiterin an. Es war also ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Man konnte ganz nebenbei feststellen: Die nicht an einen Ort gebundene Musik und Bilder der zu diesem Zeitpunkt noch aktuellen Ausstellung "Unterwegs" sind eine gute künstlerische Komposition.

Mit dem Kanon "Dab daba dab ba da badabada ..." zog der Chor in den Galerieraum. Nach den kurzen Begrüßungsworten von VHS-Mitarbeiterin Rosemarie Müller wurden die Zuhörer gleich zu Mitakteuren bei "So wünschen wir uns guten Tag" und dem scherzhaften "Kraut und Rüben haben mich vertrieben, hätt` mein` Mutter Fleisch gekocht, wäre ich geblieben."

Dagmar Brazda erläuterte: "Der Kanon ist eine Liedgattung, die ihre Wirkung dadurch erhält, dass die einzelnen Stimmen nicht miteinander erklingen, sondern aufeinander folgen." Jeder Kanon habe einen bestimmten Inhalt, gegründet auf Stichworten, Feststellungen, Ansichten, Sprichwörtern - "kurz, alles kann man in einem Kanon verarbeiten".

Beispiel: das Stichwort Hahn. Ihm kann man ein Sprichwort, eine scherzhafte Bauernregel zuordnen: "Kräht der Hahn frümorgens auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist" - hat sicher jeder schon einmal gehört. Bei diesem Kanon und dem Kaffee-Hit C-A-F-F-E-E waren die Besucher ebenfalls um Mitwirkung gebeten.

Ein Kanon sei eine Möglichkeit, eine Veranstaltung einzuleiten, zu schmücken oder zu ergänzen, machte die Chorleiterin deutlich. Übrigens hatten auch bedeutende Komponisten wie Johann Sebastian Bach den Kanon in ihrem Schaffen; "Kraut und Rüben" ist von ihm. Mit ein paar Anekdoten um die Komponisten Frederic Chopin, Richard Strauss, Guiseppe Verdi, Max Reger und Franz Liszt sowie den Dirigenten Thomas Beecham und den Dramatiker Bernhard Shaw lockerte Dagmar Brazda den musikalischen Part auf und brachte das Publikum zum Schmunzeln.

In der Programmfolge waren auch mehrere "richtige" Lieder wie "Wer recht in Freuden wandern will" und "Hab oft im Kreise der Lieben" vertreten, die der Chor in voller Länge sang. Mit dem passenden Gedicht "Ein kleines Lied, was liegt darin" ließ Dagmar Brazda die Dichterin Marie v. Ebner-Eschenbach zu Worte kommen. Mit dem Katzen-Kanon "Miau, miau" und dem Lied "Ein Dankeschön den Freunden" verabschiedete sich die Singegemeinschaft.

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