Der Jugendbereich der Stadt- und Kreisbibliothek Osterburg erfährt eine deutliche Aufwertung. Junge Leser können sich auf neue Farben, bequemere Sitzgelegenheiten und einen zweiten Computer-Arbeitsplatz freuen.

Osterburg l Seit 2010 reifen in der Osterburger Medienstätte die Überlegungen für einen eigenständigeren Jugendbereich, in den kommenden Wochen nehmen die Gedankenspiele um "JuBib" (Jugendbibliothek) konkrete Formen an. "Bis Ende April soll alles über die Bühne gegangen sein", kündigte Bibliotheks-Chefin Anette Bütow an. Dann dürfte der bisher schon als Jugendbereich benannte Raumteil im Obergeschoss der Medienstätte grundlegend umgekrempelt sein. Dabei gehen die Bibliotheksmitabeiterinnen selbst ins Detail. So sollen Schmöker für Erwachsene, die sich noch in den Regalen der Jugendbibliothek befinden, in andere Räumlichkeiten umziehen. Augenfälligere Akzente setzen neue Möbel. So hält unter anderem eine Couchlandschaft Einzug, berichtete Anette Bütow. Ebenso dürfen sich die Jugendlichen auf einen zweiten Computer freuen.

Abgrenzung ist gewünscht

Und auf einen frischen Anstrich. "Viele Jugendliche haben sich bunte Farben gewünscht", beschrieb die Bibliothekschefin ein Erscheinungsbild, das sich zukünftig erheblich von den übrigen Räumen abgrenzen dürfte. Doch nicht nur die Farbgebung soll eine Trennlinie ziehen. "Wir möchten die Jugendbibliothek schon weitgehend zu einem separaten, eigenen Bereich innerhalb unseres Hauses machen. So sollen Nutzer dort auch die Möglichkeit finden, sich ein Stück weit zurückzuziehen", erklärte Bütow.

Nach den ursprünglichen Plänen, die sie im Zusammenspiel mit der Jugendbibliothekarin Anna Radtke hegte, wäre die Abgrenzung zum Rest der Medienstätte noch erheblich größer ausgefallen. "Denn eigentlich sollte der Jugendbereich in der früheren Dichterwohnung im Dachgeschoss unserer Bibliothek entstehen", blickte Bütow zurück. Vier Jahre lang verfolgten die "JuBib"-Entwicklerinnen diese Option, ein Schreiben aus dem Stendaler Landratsamt besiegelte aber Mitte 2014 das endgültige Aus. Fachleute aus der Kreisbehörde hatten zahlreiche Auflagen angemahnt, die bei dem Umbau der Dichterwohnung erfüllt werden müssten. Die Auflistung, die von der Einrichtung eines zweiten Rettungswegesüber neue Türen bis hin zu einer Alarmanlage reichte, sprengte den Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzen.

Durch den Schwenk hinüber zum bereits vorhandenen Jugendbereich können aber sämtliche Mittel tatsächlich in die Aufwertung des Begegnungsortes fließen. Für die Kommune kommt die Investition außerordentlich günstig: Rund 15500 Euro hat die Medienstätte in den zurückliegenden Jahren als Preisgelder oder von Sponsoren zusammengetragen, um die Stadt- und Kreisbibliothek für Jugendliche noch attraktiver zu machen.